zur Verehrung des göttlichen Herzens Jesu. 21
6. Wenn es bei Verleihung eines Ablasses heißt, daß man nach der Meinung des Papstes( d. i. um Eintracht unter den christlichen Fürsten, Ausrottung der Irrlehren, Wohlfahrt des Papstes, Erhöhung und Ausbreitung der katholischen Kirche) beten soll, so sind keine bestimmten mündlichen Gebete vorgeschrieben; gewöhnlich betet man fünf( nach Andern sieben) Vater unser und Ave Maria nebſt dem Glauben.
7. Es soll aber keiner glauben, er brauche, weil er einen vollkommenen Ablaß gewonnen zu haben meint, keine weitern Bußwerke für seine begangenen Sünden zu verrichten; denn erstens ist es nicht gewiß, ja bei einem so lauen Christen sehr unwahrscheinlich, daß er je einen vollkommenen Ablaß ge= wonnen habe. Zweitens segt der vollkommene Ablaß nothwendig voraus, daß man eine wahre übernatürliche Neue über alle seine Sünden gehabt habe; wo aber eine wahre Neue ist, da ist auch Bußfertigkeit. Drittens will Gott durch die Ablässe den Sünder zur Bekehrung gleichsam anlocken, indem ihm eine so große Erleichterung der Buße in Aussicht geſtellt wird, Gott will der Schwachheit des Menschen zu Hilfe kommen, aber nicht seine Trägheit unterstützen. Viertens endlich sind ja Bußwerke, z. B. Fasten, Abtödtung der äußern Sinne u. s. w. nothwendig, daß man nicht wieder in die frühern Sünden zurückfalle, und um von Gott durch freiwillige Bußwerke auch besondere Gnaden zu erlangen.


