VIII
:
Bonaventura Bonacursii, die selige Elisabeth von Piccinardi, Johanna Soderini, und eine Menge anderer frommer und gottseliger Personen aus dem Orden der Diener und Dienerinnen Mariens beförderten mit ungemeinem Eifer die Berehrung der Schmerzen Mutter und die Aufnahme in die Bruderschaft des schwarzen Scapuliers*). Leider, daß die bald ausgebrochene Wuth blutiger Kriege in Deutschland die schöne Blüthe der marianischen Schmerzen- Verehrung fast gänzlich zerstörte, bis die gottselige Fürstin von Tirol, Anna Juliana, aus dem Geschlechte der Herzoge von Gonzaga, im Jahre 1610 die ersten Väter aus dem Orden der Diener Mariens nach Innsbruck berief, und dort von neuem den Grund zur Verehrung der schmerzenvollen Mutter legte. Gar bald breitete sich darauf die schmerzhafte Bruderschaft allenthalben aus.
Sowohl Kaiser, Könige und mächtige Fürsten, als auch unzählige andere Personen rechneten es sich zur besondern Ehre, bekleidet mit dem schwarzen Scapuliere unter dem Schuße der bis in den Tod betrübten Mutter für die unvergängliche Krone des Himmels zu kämpfen. Unzählbar sind die Wohlthaten für Zeit und Ewigkeit, welche durch die
*) Wer mehreres von dem Ursprunge der schmerzhaften Bruderschaft, und von den heiligen Mitgliedern der= selben zu lesen wünscht, den verweisen wir auf das Buch:» Marianischer Tugendspiegel, dargestellt im Leben und Wirken der heiligen, seligen und frommen Diener und Dienerinnen Mariens.« Innsbruck, bei Felician Rauch 1845.


