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30. Mai.
Mariä Himmelfahrt.
Wer ist die, so heraufsteiget aus der Wüste, von Lust überfließend und auf ihren Geliebten gelehnt." ( Hohelied. 8, 5.)
Betrachtung.
m dritten Tage nach der Bestattung des jungfräulichen Leichname langte wie mehrere Kirchenväter berichten wunderbarer Weise auch jener Apostel in Jerusalem an, der allein bei dem Hinscheiden Mariens nicht gegenwärtig war, nämlich der heilige Thomas. Tief bestürzt über die traurige Todesnachricht bat er seine Mitbrüder, die Gruft zu öffnen, um noch einmal die Mutter seines Herrn und Gottes sehen zu können. Nach vorbestimmtem Rathschlusſe der ewigen Wahrheit wurde seiner dringenden Bitte willfahren. Ein wundersam lieblicher Wohlgeruch entwehte dem geöffneten Grabe; von einem Leichnam aber war nicht das Mindeste zu sehen. Das Einzige, was noch vorhanden war, bestand in der Leinwand, worin die heilige Hülle eingewickelt war, in dem weißen Schleier ihres Hauptes und in einigen unverwelkten Blumen, die man in den Sarg gelegt hatte.
Und wie hätte auch"- spricht mit Bestätigung der
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