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Die Mai-Andacht : ein vollständiges Gebetbuch für die wahren Verehrer der Mutter Gottes, besonders zur Feier des Marien-Monates in Kirche und Haus / von Johann Alois Kaltner, Pfarrer zu St. Jakob am Thurn bei Salzburg. Mit fürsterzbischöfl.- Salzburg. Approb.
Entstehung
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Landesfitte einbalsamirt. Mit heiliger Verschwendung brachten die Gläubigen Salben und Spezereien und die feinsten Stoffe, um die Mutter ihres Herrn und Meisters würdig zu bestatten. Süßer aber und lieblicher, als die wohlriechendsten Tücher, in welche man sie hüllte, dufte­ten ihre gesegneten Ueberreste. Nach diesen Zurüstungen legte man den heiligen Leib auf das bereit stehende, mit köstlichen Gewürzen überstreute Tragbett und bedeckte ihn mit einem glänzend weißen Schleier. Als sie nun so mit tiefster Andacht der Arche des neuen Bundes, die einst das Wort Gottes im Staubgewande getragen hatte, alle Liebe und Ehre erwiesen, erhob sich die schön ge­schmückte Todtenbahre und wurde hinausgetragen von den Schultern der heiligen Apostel, diesen Säulen der jungen Kirche Gottes, in den Garten Gethsemani. Unter dem Psalmengebet und Hymnengesange folgten die Kin­der, die Erstlinge des Christenthums, der Leiche ihrer -Mutter, alle mit brennenden Fackeln, so erzählt die - eine eben so erbauliche als rührende

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fromme Sage, Begräbnißfeier.

Am Orte der Bestattung angelangt hielt der Trauer­zug. Sanft ließen die betrübten Träger die theure Leiche nieder, und noch tausend andere Thränen flossen, als die­selbe dem Erdenschooße übergeben wurde.

" Drei Tage lang" schrieb Juvenal, Patriarch von Jerusalem, an den Kaiser Marzian, und an die Kaiserin Pulcheria drei Tage lang wachten die Apostel mit den Gläubigen am Grabe der heiligen Jung­frau, und vereinigten ihre Stimmen und Gesänge mit denen der Engel, die während dieser Zeit nicht aufhörten, ihre himmlische Musik vernehmen zu lassen."

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