Am Feste einer Jungfrau und Martyrin.
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Du warest barmherzig gegen den Nächsten, mildselig gegen deine Feinde, gutthätig gegen den Armen, demüthig und gehorsam gegen den Vorgesetzten; ich aber liebe Niemand als mich selbst; ich bin hart und rauh gegen meine Untergebenen, unfreundlich und wunderlich gegen meines Gleichen, mürrisch und widerspenstig gegen meine Vorgesetzten, rachgierig gegen meine Feinde. Und gleichwohl hoffe ich die Freuden zu genießen, die du im Himmel genießest. Stehe mir bei, o auserlesener Freund Gottes! daß ich dir nachfolge, und auf dem Wege, den du mir gezeigt hast, in mein Vaterland gelange.
Am fefte einer Jungfrau und Martyrin.
I'Seilfige eilige Jungfrau und Marthrin N. N., deine Tu
gend war die Liebe Jesu, die dir den doppelten Kranz der jungfräulichen Reinigkeit und der Marter erworben hat. Durch die Reinigkeit der Seele hast du sein Herz gewonnen, und durch die Reinigkeit des Leibes bist du mit diesem Beschützer der Jungfrauen vermählet worden, und für einen solchen Bräutigam muß die Geliebte Leib und Leben geben. Die Sehnsucht, mit deinem göttlichen Bräutigam im Himmel vereiniget zu werden, hat dir die Qualen des Martertodes versüßet. O selige Jungfrau und Blutzeugin Christi! was thu' ich hier auf Erden, wenn ich Jesum nicht liebe, der mein Leben ist und meine einzige Glückseligkeit? Die Welt mit all ihrer Eitelkeit wird vor meinen Augen verschwinden, Jesus allein bleibt ewig! Liebe ich einen sterblichen Menschen, so weiß ich das Ende dieser Liebe nicht, aber so viel weiß ich, daß ich ihn und er mich


