im Allgemeinen.
Einem Jeden ist eine besondere Gnade gegeben wor= den nach der Austheilung, die da Christus gemacht hat. ( Ephes. 4, 7.)
21
Nicht Alle fassen das Wort, sagt dein göttlicher Lehrmeister, da er von der ewigen Jungfrauschaft redet, sondern diejenigen fassen es, denen es von oben herab ist gegeben worden.( Matth. 19, 11.)
So sollst du denn ohne besondern Beruf diesen hohen Stand nicht antreten: und es ist dir in diesem Falle besser, daß du heirathest, als daß du Brunst leideſt. ( 1. Cor. 7.) Und da auch Viele aus denen, die zum jungfräulichen Stande berufen sind, ungeachtet der häufigen und besondern Gnaden ihres Berufes entweder an ihrem Versprechen meineidig werden, oder in die Lauigfeit gerathen, und mit den thörichten Jungfrauen verstoßen werden, wie dürftest du ohne Beruf einen so hohen Stand antreten, und auf besondere Gnaden bauen, die dir Gott nicht versprochen hat?
So ist auch der Ehestand ein Joch, das Vielen unerträglich zu seyn scheint, und es sind besondere Gnaden nöthig, daß man die schweren und vielfältigen Obliegen- Ⓡ heiten dieses Standes erfülle, und unter so vielen Sorgen und Geschäften das Heil seiner Seele nicht versäume, und von der Liebe der zeitlichen Sachen das Herz sich nicht bethören lasse.( Luf. 8, 14.)
Wenn du aber zu dem einen oder andern Stande berufen bist, so wird dir die göttliche Vorsehung nichts ermangeln lassen an dem, was zur Verrichtung der Pflichten desselben, wie schwer sie auch immer sehn mögen, erfordert wird. Es ist dir also viel daran gelegen, daß ou deinem Berufe nachkommest, aber schwer ist es, diesen Beruf zu erkennen.
Mittel, um den Beruf zu erkennen.
W enn du nicht weißt, wozu dich Gott berufen hat,
oder was er aus dir machen will, oder aber, wenn


