Vom jungfräulichen Berufe
Von dem Ehestande aber spricht die keusche Sara: ,, Vielleicht hast du mich einem andern Manne vorbehalten, denn es stehet nicht in der Gewalt des Menschen, daß er den Schluß verändere, den du gefaßt hast."( Tob. 3, 19.)
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Eine Jungfrau foll ihrem Berufe nachkommen.
s ist zwar kein Gebot, daß du den jungfräulichen Stand erwählest, oder den Ehestand antretest. ,, Den jungfräulichen Stand betreffend," sagt der Apostel, ,, hab' ich keinen Befehi von dem Heren empfangen." ( 1. Cor. 7, 25.)
Von dem Ehestande aber spricht er: ,, Eine Jede kann in dieser Sache thun, was sie will: sie fündiget nicht, wenn sie sich in den Ehestand begibt."( 1. Cor. 7, 36.)
Jedoch sollst du nicht unüberlegt und unbesonnen, und nur nach deinem Belieben den einen oder den andern Stand antreten, sondern bei demjenigen verbleiben, wozu du berufen bist.( 1. Cor. 7, 17.)
Dieß erfordert nicht nur der Gehorsam, den du deinem Gotte zu leisten schuldig bist, sondern auch deine eigene, sowohl zeitliche als ewige Glückseligkeit.
Gott gebietet dir zwar nicht, daß du in den Ehestand treteſt, oder daß du eine Jungfrau bleibest, sondern er erleuchtet dich, und zeiget dir sein Wohlgefallen und den Schluß, den er von dir gefaßt hat: Er spricht dir innerlich zu, er ermahnet dich, und treibt dich an, daß du demselben nachkommest. Ist es nicht billig, daß du dich in seinen heiligen Willen ergebeſt?
Gott weiß, durch welche Wege und Mittel du sicherer zur Seligkeit gelangen kannst; er hat alle deine Schritte und Tritte ausgemessen; er erkennt, was deine Kräfte, die nicht bei allen Menschen gleich sind, mit seinen Gnaben, die er dir vorbereitet hat, bewirken können. Diese Gnaden aber sind auch nicht gleich bei Allen, sondern fie sind nach Art und Gestalt deines Berufes und dessen Obliegenheiten ausgetheilt worden.( 1. Kor. 12, 4.)


