Vom Wohlgefallen Gottes
geordnet, daß Ihm von allen Erzeugnissen die Erstlinge zum Opfer dargebracht werden sollten; und zwar von den Früchten, die, welche zuerst eingesammelt worden, wie von den Thieren die Erstgeburten; selbst die erstgebornen Kinder sollten Ihm, nach dem Gefeße, im Tempel zu seinem Dienste geweiht werden, doch so, daß sie die Eltern für eine kleine Gabe wieder ablösen könnten. Durch diese Anordnung gab Gott zu erkennen, daß, obwohl alle Dinge Ihm in gleicher Weise eigen sind, Er doch besonders die Erstlinge derselben in Anspruch nehme, und sie als Beweise der schuldigen Erkenntlichkeit für sich fordere. Hieraus geht deutlich hervor, daß Gott die Jungfrauen als die Erstlinge unsers Lebens vorzugsweise für Sich fordere, und wolle, daß sie seinem Dienste mit unverbrüchlicher Treue geweihet werden.
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2. Die Zeit der Jugend ist Gott am angenehmsten, denn sie ist, wie man sagt, und gemäß der natürlichen Ordnung der Dinge, der Theil des Lebens, welcher am meisten rein, und am wenigsten sündenbefleckt ist. In diesem Alter mangelt es dem Menschen noch an Kenntniß des Bösen, wie an Gelegenheit und Kraft, Böses zu thun. Die Urtheilskraft ist noch nicht von falschen Grundsätzen der Welt angesteckt, und die Sitten und Neigungen sind nech nicht von dem Besthauche der Lasterhaften vergiftet. Noch mehr: Die erst jüngst in der Tause empfangene Gnade macht dieses Alter Gott noch angenehmer, wenigstens in der Person derjenigen, die diese Gnade nicht mit Füßen tre en, und dieses Kleid der Unschuld nicht durch ein sündhaftes Leben beflecken.
Doch merke, christliche Jungfrau! daß, wenn ich sagte, dieses Alter sei am wenigsten fündenbefleckt, ich hier nur im Allgemeinen spreche und nach dem natürlichen Gange der Dinge. Denn es ist nur zu wahr, daß sich oft viele Verdorbenheit unter der Jugend zeigt; aber dieß ist gegen die von der Natur bestimmte Ordnung, welche dieser erſten Lebenszeit Einfalt des Geistes und schuld der Sitten


