Von den großen Pflichten
ist ein feierliches Bekenntniß, welches du gemacht hast, niemals dem Teufel zu folgen, noch seine Pracht zu lieben, d. h. den falschen Schein der irdischen Güter und Vergnügungen, durch deren Liebe er die Menschen zu verführen und zu verderben sucht; und zu fliehen alle seine Werke, die da sind die Werke der Finsterniß und der Sünde. Dieses Versprechen hast du Gott in die Hände der heiligen Kirche gemacht, im Angesichte der Engel, und haft hiebei, wie sich der heilige Augustin ausdrückt, dieſe Entsagung nicht bloß vor Menschen, sondern vor Gott und den Engeln gemacht, welche die Zeugen und Verwahrer deines gegebenen Wortes sind, und im Himmel sorgfältig darauf Acht haben. Du bist verpflichtet, die gemachte Entsagung zu beobachten. Damals hast du mit Worten dem Teufel entsagt; du mußt ihm nun entsagen durch dein Leben und deine Handlungen, wenn du nicht als treulos und abtrünnig erscheinen willst. O christliche Jungfrau, hast du bisher so gehandelt? Oder wirst du wenigstens in der Zukunft so handeln? Soll es möglich seyn, daß du aufs Neue zu dem Feinde zurückkehrest, dem du so feierlich entsagest hast? ,, Was geht dich die Pracht des Teufels an, dem du entsagt haft? Was geht dich die Pracht des Teufels an, dich, die du Christnm lieb hast!" spricht der heil. Auguſtin.
3. Das christliche Bekenntniß legt dir die Pflicht auf, tugendhaft und unschuldig zu leben, und die Sünde mehr als den Tod zu fliehen. Um dich an diese Pflicht zu erinnern, zieht dir der Priester ein weißzes Kleid an, mit den Worten: Nimm hin das weiße Kleid, das du unbefleckt zum Richterstuhle Gottes tragen sollst." Er will durch diese äußerliche Reinheit und Weiße, sowie durch diese Worte dich erinnern, daß du mit aller Sorgfalt die Schönheit und innere Reinheit, welche deine Seele so eben durch die Gnade der Taufe erhalten hat, zu bewahren trachtest. O christliche Jungfrau! beherzige diese Worte wohl, und bedenke, wie es dir bei dem Gerichte Gottes ergehen wird,
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