389
jeßt, da mir die Krankheit nun genug zu thun macht! O wie habe ich mich selbst verführet, fälschlich getröstet und mich vom Glauben und einer seligen Vorbereitung abgehalten! Ach, ich bitte Dich, o Gott! um Deiner Barmherzigkeit willen, gieb mir Alles zu erkennen, was mein Gewissen rege macht und beschämt, damit ich mich nicht selbst betrüge. Laß mich lieber hier selbst richten, damit ich nicht von Dir gerichtet werde. Gieb mir vielmehr Zeit und Ernst zur Buße, um mich zu bekehren, weil es noch heute heißt, denn morgen möchte vielleicht kein Wiederkehren seyn. Dann werde ich im Leben und Sterben getroft seyn und den Tod nicht fürchten, wenn ich nur Dein Kind und reines Herzens geworden bin. Aber siehe, ich stehe vor der Pforte der Ewigkeit und erwarte Dein Urtheil. Ich bin gegen Dich undankbar gewesen und habe Deines Geistes Regung wenig geachtet. O hätte ich nur noch ein solches Herz, welches sich ganz von Dir erneuern und reinigen ließe! Segne daher meine Schmerzen zur wahren Besserung. Gieb mir Kraft, ein neuer Mensch zu werden, der nach Dir geschaffen sey; denn so ich nicht von Neuem geboren werde, kann ich Dein Reich nicht schauen. Darum sende Dein Licht und Deinen Geist, der mich in Deine Ewigkeit einführe, durch das Leiden und Sterben Deines lieben Sohnes in Kraft des heiligen Geistes,


