mich durch Geiß oder Verschwendung verfündigt? Welchen Gebrauch habe ich von der kostbaren Zeit gemacht?
Reue und Vorsatz der Besserung.
Hore, o Gott! mein Flehen, und sey mir Güns der gnädig: Deine Huld und Güte war gegen mich groß; aber, ach! sie konnte meinen Leichtsinn, meis nen Ungehorsam, meinen Undank nicht zurückhalten. So oft ich deine Gebothe übertrat, entfloh der Friede aus meinem Herzen; das Gewissen verfolgte mich mit bittern Vorwürfen, und doch fuhr ich fort, wieder aufs Neue zu sündigen. O kann ich wohl anders, als tief beschämt, und mit den Empfinduns gen des Abscheues gegen mich selbst vor dir erschei nen? Ach! ich habe mich wider dich, meinen Herrn und Gott, dem ich Unterwürfigkeit und Gehorsam schuldig bin, meinem Richter, der das Böse nicht ungestraft laffen kann, meinem Vater, der mich liebte, ehe ich ihn lieben konnte, und der mich noch jetzt so väterlich aufnimmt, verfündigt. Aber o Gott! du siehst mein Herz, ich bin innigst darús ber betrübt, und alle meine begangenen, bewußten und unbewußten Sünden sind mir herzlich leid, nicht blos, weil ich von dir, als meinem Nichter die gerechteste Strafe verdient habe, auch nicht allein deswegen, weil ich erkenne, wie undankbar ich ge gen die unzähligen Wohlthaten gehandelt habe, welche du mir erzeiget hast; sondern ich bereue sie vielmehr wegen des Mißfallens, daß du an jeder, auch der geringsten Sünde hast. Ja nur um dei netwegen, o Gott! der du aller Liebe unendlich würdig bist, reuen und schmerzen mich meine Ver: gehungen: denn ich habe wider dich, o höchstes, vollkommenstes Gut, das ich über alles håtte lieben follen, gefündigt. Ich hasse und verabscheue die
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