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Maria, meine Zuflucht und mein Trost! : ein vollständiges Lehr- und Gebetbuch für Verehrer der allerseligsten Jungfrau und Mutter Gottes Maria ... und im Anhang den Monat Mariä [Mai] enthaltend / gesammelt von Michael Sintzel
Entstehung
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der allerfeligsten Jungfrau.

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im Herzen, voll Erkenntniß ihres Nichts erblickest, das ist die Demuth, die Maria heißt. Dadurch wollte Gott zu erken­nen geben, daß seine heilige Mutter so demüthig sei, als die Demuth selbst.

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Man kann nicht zweifeln, daß es für unsere, durch die Sünde verdorbene Natur, nach dem Ausspruche des heiligen Gregorius von Nissa, keine Tugend gibt, die schwerer zu üben wäre, als die Demuth. Aber da hilft nichts, wir werden nie wahre Söhne und Kinder Mariens seyn, wenn wir nicht demüthig werden. Kannst du die Keuschheit der allerfeligsten Jungfrau nicht nachahmen, sagt der heil. Bernard, so ahme die Demuth nach. Maria verabscheut die Hoffärtigen, und ruft nur die Demüthigen zu sich: Wenn Jemand klein ist, der komme z mir. Richardus sagt: Maria beschützt uns unter dem Mantel der Demuth, was die Mutter Gottes selbst der heil. Brigitta zu verstehen gab, da sie zu ihr sagte: Komme denn auch du, meine Tochter, und verberge dich unter meinem Mantel; siehe, dieser Mantel ist meine Demuth. Darauf fügte sie hinzu, daß die Betrachtung ihrer Demuth ei: guter Mantel sei, der warm halte; aber, bemerkte sie, gleichwie ein Mantel den nicht wärmen würde, der ihn nicht trüge, und das nicht bloß in Gedanken, sondern in der That, so kann auch meine Demuth Niemanden nützen, wenn man sich nicht bemüht, sie nachzuahmen, worauf sie schloß: So bekleide dich denn also, meine liebe Tochter, mit dieser Demuth. Wie lieb hat Maria demüthige Seelen! Die allerfeligste Jung­frau liebt die, welche sie lieben, sagt der heil. Bernard, sie ist nahe denen, die sie anrufen, besonders denen, die ihr durch Demuth und Keuschheit gleichen; darauf ermahnt der Heilige Alle, die Maria lieben, demüthig zu sehn und ruft aus: Wenn ihr Maria liebet, so suchet diese Tugend zu erlangen. Der Jesuit Marino pflegte, aus Liebe zu Maria, das Haus zu reinigen und den Unrath zusammen zu suchen. Eines Tages erschien ihm, wie es der Pater Nierenberg in seinem Leben erzählt, die göttliche Mutter, und sprach zu ihm, als ob sie ihm für einen ihr geleisteten Dienst gedankt hätte: Wie hoch schätze ich diese demüthige Handlung, die du aus Liebe zu mir verrichtet hast!-

So ist es also unmöglich, o meine Königin, daß ich dein wahrer Sohn sei, wenn ich nicht demüthig bin; aber du siehst es selbst, daß meine Sünden, nachdem sie mich zur Undank­barkeit gegen Gott verleitet, mich auch noch hoffärtig gemacht haben. meine Mutter, stehe mir bei und durch die Ver­3