Vorrede.
( Nach dem heil. Alphons M. Liguori.)
Geliebter Leser und Bruder in Maria! Dieselbe Andacht, die mich bewogen hat dieses Buch zu schreiben, hat dich bewogen, dasselbe zu lesen, und deßhalb sind wir also beide die glücklichen Söhne dieser guten Mutter geworden; sollte dir nun Jemand sagen, ich hätte mir die Mühe, dieses Werk zu verfassen, ersparen können, da man schon viele gelehrte und berühmte Werke über denselben Gegenstand habe, so bitte ich dich, einem solchen mit den Worten des Abtes Franziskus zu erwidern, daß das Lob Mariens eine so unerschöpfliche Quelle sei, daß sie sich nur um desto mehr anfülle, je mehr sie überfließe, und daß, je voller sie werde, sie nur desto mehr überströme. Damit will er sagen, daß die allerfeligste Jungfrau Maria so groß und erhaben sei, daß, so sehr man sie auch lobe, immer noch mehr zu loben übrig bleibe. Der heilige Augustin bemerkt in Bezug hierauf, daß alle Zungen aller Menschen nicht im Stande seyn würden, wenn sich auch sogar alle ihre Glieder in Zungen verwandelten, Maria, wie sie es verdient, zu loben.
Freilich habe ich sehr viele Bücher, große und kleine, gefunden, die von der Andacht zu Maria handeln; weil ich aber fand, daß diese Bücher entweder selten sind, oder gar zu weitläufig, oder daß sie meiner Absicht nicht entsprachen, so habe ich Sorge getragen, aus den Werken der Schriftsteller, bie ich zu Rathe ziehen konnte, die ausgewähltesten und geistreichsten Gebete der heiligen Väter und der berühmtesten Gottesgelehrten zu sammeln, um den Verehrern Mariens ohne viele Mühe und Kosten ein Mittel an die Hand zu geben, in der Liebe und Andacht zur göttlichen Mutter zu wachsen.
Die Liebhaber der Welt können fein Ende finden, wenn. es sich darum handelt, diejenigen zu loben, die sie lieb haben, und suchen oft über dieselben zu reden, um zu sehen, ob die
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