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Das heilige Jubiläum im Jahre der Gnade 1875 : zugleich ein Gebetbüchlein für bußfertige Christen. Mit oberhirtlicher Gutheißung
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Rundschreiben

Wenn zur Erreichung dieser guten Zwecke die Gedanken und Bestrebungen von Euch Allen sich vereinigen, dann kann es nicht fehlen, daß das Reich Christi und seine Gerechtigkeit großes Wachsthum erfahre, und daß die göttliche Milde in dieser gnadenreichen Zeit, in diesen Tagen des Heils, eine reiche Fülle himmlischer Gaben über die Kinder der Liebe ergieße.

An Euch endlich, all' ihr Kinder der katholischen Kirche, richten Wir das Wort, und ermahnen euch insgesammt mit väterlicher Liebe, daß ihr diese Gelegenheit zur Erlangung des Jubiläumsablaffes so benützet, wie es ein aufrichtiges Streben nach eurem Heile von euch fordert. Wenn irgend sonst, dann ist es jetzt, geliebte Söhne, überaus nothwendig, das Gewissen zu reinigen von den todten Werken, Opfer der Gerechtigkeit und würdige Früchte der Buße zu bringen, zu säen in Thrä­nen, damit wir in Freuden ernten können. Genugsam gibt Gott der Herr uns fund, was er von uns fordert, da wir schon so lange wegen unserer Sündhaftigkeit unter seinem Miß­fallen, unter dem Hauche seines Zornes leiden. Nun pflegen die Menschen, wenn sie in recht großer Noth find, zu den benachbarten Völkern behufs Erflehung von Hilfe Gesandte zu schicken. Wir wollen lieber eine Gesandtschaft an Gott schicken; von Ihm laßt uns Hilfe erflehen, zu Ihm mit ganzem Herzen, mit Gebeten, Fasten und Almosen uns wenden! Denn je näher wir Gott sind, um so weiter werden unsere Feinde von uns zurückgetrieben werden.¹) Aber ihr vor Allem hört das apostolische Wort- denn von Christus haben wir Amt und Auftrag ihr, die ihr mühselig und beladen seid, und vom Wege des Heiles abgeirrt, unter dem Joche niedriger Begierden und teuflischer Knechtschaft seufzet! Berachtet nicht den Reichthum der Güte, Geduld und Langmuth Gottes, und während euch eine so ausgedehnte und leichte Möglichkeit zur Erlangung der Verzeihung geboten wird, macht euch nicht durch

¹) Der hl. Maximus von Turin. Hom. 91.