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Der katholische Christ in seiner häuslichen und öffentlichen Andacht : ein vollständiges Gebet-, Unterrichts- und Betrachtungsbuch / von P. Joseph Schneider, Priester der Gesellschaft Jesu. Mit bischöflicher Druckgenehmigung
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Gebete für die Verstorbenen.

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herzlich liebt, muß es, wenn er die Grundsätze der wahren Er­ziehung befolgt, wegen eines begangenen Fehlers strafen; den­noch sieht er es gerne, wenn die anderen Kinder oder Haus­genossen für dasselbe ihre Fürbitte einlegen. Gerade so macht es Gott mit den geliebten Seelen im Fegfeuer; weil Er un­endlich gerecht ist, muß Er sie wegen der in diesem Leben noch nicht abgebüßten Fehler bestrafen; aber es gefällt Ihm gar wohl, wenn die Gläubigen auf Erden für diese verlassenen Seelen bitten und durch gute Werke Ihm für dieselben Ge­nugthuung leisten.

2. Im Hinblick auf sie selbst. Obschon diese Seelen ge­recht und heilig sind, können sie sich selbst doch nicht helfen. Sie üben zwar die vornehmsten Tugenden der Geduld, der Ergebung in den göttlichen Willen, der Liebe Gottes; aber für sie ist die Nacht gekommen, wo Niemand mehr wirken kann; deßhalb bringen alle diese Tugendübungen sie dem Him­mel weder um einen Schritt näher, noch mildern sie ihre Pei­nen; sie befinden sich in einem solchen Zustande, in welchem sie zur Genugthuung nur leiden, aber nichts verdienen können. Deßhalb rufen sie uns, ihren Angehörigen auf Erden zu: Erbarmet euch meiner, erbarmet euch meiner, wenigstens ihr, meine Freunde, denn die Hand des Herrn hat mich getroffen. ( Job. 19, 21.) Kannst du diese Klagen ohne Mitleid hören? Ach, die Klagenden sind ja deine Eltern, Geschwister, Freunde, Nachbarn, Wohlthäter, Glaubensbrüder, also durch die Bande der Religion und Liebe mit dir verbunden. Oder soll es auch bei dir vielleicht heißen: Aus den Augen, aus dem Sinn?" Im Hinblick auf dich selbst. Schmeichle dir ja nicht, daß du nach deinem Tode sogleich ohne allen weitern Aufent­halt in den Himmel eingehen werdest. Der gerechte Gott ur­theilt anders, als wir in unserer Verblendung erwarten. O, wenn die Seelen der Besten noch im Fegfeuer haben gereinigt werden müssen, wie wird es dir mit deinen vielen und schwe­ren Sünden, deiner zweifelhaften Buße, mit deinen geringfü­gigen guten Werken, deinen unzählbaren Saumseligkeiten im Dienste Gottes 2c. ergehen? Mit dem Maße, mit welchem du ausgemessen, wird dir wieder eingemessen werden. Befleißige dich deßhalb den leidenden Seelen nach Kräften zu helfen und Gott wird auch dir, wenn du dereinst derselben bedarfst, fremde Hülfe zu Theil werden lassen. Aber wie können wir den armen Seelen helfen? Hilf ihnen durch Gebet! Wenn

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