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Der katholische Christ in seiner häuslichen und öffentlichen Andacht : ein vollständiges Gebet-, Unterrichts- und Betrachtungsbuch / von P. Joseph Schneider, Priester der Gesellschaft Jesu. Mit bischöflicher Druckgenehmigung
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Gebete für die Verstorbenen.

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lehrt und geglaubt wurde. Alle wahrhaft christlichen Herzen haben eine große Liebe zu den armen Seelen im Fegfeuer und großen Eifer, ihnen durch ihre Fürbitte zu helfen, sie aus ihren Peinen zu erlösen, oder ihnen doch Linderung zu verschaffen. Denn durch die Gemeinschaft der Heiligen stehen wir wie mit den Seligen des Himmels so auch mit den leidenden Seelen des Fegfeuers in der innigsten Vereinigung der Liebe und des Gebetes. Es ist also," wie die heilige Schrift sagt, ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden."( 2. Machab. 12, 46.) Wohl­thätigkeit ist allen Lebenden angenehm, aber versage sie auch einem Todten nicht.( Sir. 7, 37.) Damit stimmt auch die Ueberlieferung und Uebung der ganzen heiligen Kirche seit den Zeiten der Apostel überein. Die heiligen Apostel," bezeugt der heilige Chrysostomus, haben nicht ohne Ursache ange­ordnet, daß in den hochheiligen Geheimnissen( nämlich im hei­ligen Meßopfer), auch das Gedächtniß der Verstorbenen be­gangen werde; denn sie wußten wohl, daß den Seelen großer Nutzen und Gewinn daraus fließe. Lasset uns also den abge­storbenen Brüdern nach unserm Vermögen zu Hülfe kommen, indem wir für sie beten, und auch Andere zu solchem Gebete ermahnen." Man zweifle nicht," spricht der hl. Augustinus daß den Seelen der Gläubigen Hilfe gebracht werde, durch das Gebet der Kirche, das heilsame Opfer und die Almosen, die für sie gespendet werden. Durch diese Mittel handelt Gott mit den Abgestorbenen gnädiger, als sonst ihre Sünden es ver dienten; denn so haben wir es von den Vätern gelernt und die ganze Kirche hält und übt es also" Leiste deßhalb, mein Christ, den armen Seelen Hilfe, so viel du immer kannst! Denn dieselben verdienen diese Hilfe:

1. Im Hinblick auf Gott. Er liebt diese armen verlasse­nen Seelen und sie lieben Ihn auf das Inbrünstigste; sie sind in Seiner Freundschaft und Gnade gestorben, die ewige Selig­keit kann ihnen nicht mehr entgehen; sie sind anerkannte Erben des Himmels und fünftige Bewohner des ewigen Reiches; nur bleiben sie auf so lange von denselben ausgeschlossen, bis sie an jenem qualvollen Örte die göttliche Gerechtigkeit entweder durch eigenes Leiden oder durch fremde Hülfeleistung befriedigt haben. Du denkst vielleicht: Wenn Gott sie lieb hat, warum schenkt Er ihnen nicht die Strafe?" Höre! ein Vater, der sein Kind