28
II. Bon den Beweggründen,
sie sich nämlich keine Verdienste mehr sammeln und nicht die geringste Linderung ver schaffen können. Die Kranken und Armen können wenigstens mit Worten um Hülfe bitten, und man wird schon durch den Anblick ihrer Leiden gerührt, menschenfreundlichen Antheil daran zu nehmen. Allein die Seelen im Fegfeuer haben keine andern Mittel als die Ge duld, die Ergebung und die Hoffnung. Sie mögen noch so sehr seufzen und sich nach dem bessern Zustande sehnen, Gott antwortet ihnen nichts anderes, als daß jene Nacht, wo Niemand mehr wirken kann( Joh. 9, 4.), für sie angekommen sei.", Würde sich dieser Schrecensort aufthun," fügte er hinzu,„ könnten wir ihre Qualen sehen, welchen Eindruck würde dieser Anblick auf uns machen! Wie viele Thränen würden wir vergießen, von welchem Schauer würden wir ergriffen werden, wenn wir jene unzählbare Menge Diener Gottes sähen, die unsere Brüder in Christus sind, welche so unaussprechliche Leiden erdulden!"
Die armen Seelen im Fegfeuer rufen uns ohne Unterlaß um Hülfe an.
Da die armen Seelen im Fegfeuer selbst sich in ihrer äußersten Noth und Bein nicht die geringste Erleichterung verschaffen können, hingegen wohl wissen, daß uns im Stande


