-
16
-
niß der göttlichen Vollkommenheiten, aus Hochschätzung und Liebe gegen Gott. Daher schließt diese Art Furcht die Liebe ein, die Liebe zu Gott und zu Allem, was sich auf Gott bezieht. Der Apostel drückt dieses mit folgenden Worten aus: Geliebteste, lasset uns von aller Be= fleckung des Fleisches und des Geistes( d. h. von jeder Verunreinigung in Gedanken, Worten und Werken) uns reinigen und vollenden die Heiligung in der Furcht Gottes." II. Corinth. 7, 1. Da nun diese unsere Heiligung der Wille Gottes ist, der Wille Gottes aber seiner unendlichen Macht entspricht, also allmächtig ist, so kann Er uns auch heiligen und rein und unbefleckt bewahren. Bei uns schwachen Menschen entspricht nicht dem Willen die Macht, weshalb der Apostel in dem Bewußtsein dieser Schwäche sagt:„ Das Wollen liegt mir nahe, aber das Vollbringen des Guten erreiche ich nicht." Röm. 7, 18. Was aber unserer Macht, unseren Kräften abgeht, das ersetzt Gott durch seinen mächtigen Gnadenbeistand, bezüglich des sen derselbe Apostel sagt: Ich vermag Alles in dem, der mich stärkt," und den er den Gläubigen wünscht mit den Worten:„ daß ihr mit aller Kraft gestärkt werdet gemäß der Macht seiner Herrlichkeit( d. h. seiner herrlichen, übergroßen Macht)". Koloss. 1, 11. Christliche Seele! hast du den aufrichtigen, ernstlichen, wirksamen Willen, ein sündenreines, unbeflecktes


