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darf nie die Thätigkeit, den Fleiß des Bürgers hindern, sondern muß ihn vielmehr befördern. Der Bauer kann hinter seinem Pfluge, und der Handwerker in seiner Werkstätte an Gott denken und sich zur Arbeit ermuntern, indem er sich erinnert, daß Fleiß und Arbeitsamkeit Gott gefallen. Das heißt auch beten. Was würde aus der menschlichen Gesellschaft werden, wenn man den Grundsatz aufstellen wollte, daß es verdienstlicher und Gott angenehmer sei, den Betrachtungen obzuliegen, als zu arbeiten; stundenlange unverständliche Psalmen und Rosenkränze abzuplappern, als sich nützlichen Beschäftigungen zut widmen; den Wallfahrten nachzuziehen, als Herz und Sitten zu heiligen?
Die heilige Schrift empfiehlt keineswegs das lange Gebet. Wenn Paulus( I. Theff. 5, 17) ſagt: betet ohne Unterlaß; so ist gewiß seine Meinung nicht, daß wir den ganzen Tag in der Kirche zubringen, oder zu Hause beständig über den Erbauungsbüchern sitzen und inmittelst die Geschäfte des Hauswesens vernachlässigen sollen. Er wollte keine frommen Müßiggänger bilden. Er ermahnt nur zur öfteren, lebhaften Erinnerung an Gottes Gegenwart, wodurch unsere Tugend stets neuen Schwung erhält. Das ganze Leben eines Christen muß ein Gebet sein. Beständig beten
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