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Jesus das Licht der Welt : ein Gebet- und Erbauungsbuch für gebildete katholische Christen / von J. Brunner, weiland Pfarrer zu Tiefenbach
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darf nie die Thätigkeit, den Fleiß des Bürgers hin­dern, sondern muß ihn vielmehr befördern. Der Bauer kann hinter seinem Pfluge, und der Hand­werker in seiner Werkstätte an Gott denken und sich zur Arbeit ermuntern, indem er sich erinnert, daß Fleiß und Arbeitsamkeit Gott gefallen. Das heißt auch beten. Was würde aus der menschlichen Gesell­schaft werden, wenn man den Grundsatz aufstellen wollte, daß es verdienstlicher und Gott angenehmer sei, den Betrachtungen obzuliegen, als zu arbeiten; stundenlange unverständliche Psalmen und Rosenkränze abzuplappern, als sich nützlichen Beschäftigungen zut widmen; den Wallfahrten nachzuziehen, als Herz und Sitten zu heiligen?

Die heilige Schrift empfiehlt keineswegs das lange Gebet. Wenn Paulus( I. Theff. 5, 17) ſagt: betet ohne Unterlaß; so ist gewiß seine Meinung nicht, daß wir den ganzen Tag in der Kirche zubringen, oder zu Hause beständig über den Erbauungsbüchern sitzen und inmittelst die Geschäfte des Hauswesens vernach­lässigen sollen. Er wollte keine frommen Müßiggänger bilden. Er ermahnt nur zur öfteren, lebhaften Er­innerung an Gottes Gegenwart, wodurch unsere Tu­gend stets neuen Schwung erhält. Das ganze Leben eines Christen muß ein Gebet sein. Beständig beten

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