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eingepräget, und eben dadurch die heiligsten, die süßesten Empfindungen der Gottseligkeit in unser Herz gesenket; daher ist das Gebet bloß Mittel zur Frömmigkeit, nicht aber die Frömmigkeit selbst. Das Vielbeten an sich macht noch nicht fromm, weise und ruhig; noch viel weniger taugt das öftere, maschinenmäßige Hersagen gewisser Gebetsformeln. Sie werden uns so geläufig, daß man sie hinplaudert, ohne daran zu denken, was man spricht. Diese Unachtsamkeit, dieſe Nichttheilnehmung der Seele an den Bewegungen der Zunge und der Lippen ist uns ganz unwillkürlich; wir können uns keine stundenlange Aufmerksamkeit auf Gegenstände befehlen, die für uns, wenn sie so oft wiederholt werden, allen Reiz der Neuheit und folglich alle Kraft verloren haben, das Herz zu rühren. Dem Scheine nach lange beten, ist Nachahmung der Pharisäer, von denen uns Jesus selbst das häßlichste Bild geliefert hat.( Matth. 23. Mark. 12. Luk. 20, 46. 47.) Dieses Heuchlergeschlecht scheint noch nicht ausgestorben zu sein! Man sieht noch, daß Manche, die lange Betstunden halten und vielen Bruderschaften einverleibt sind, sich darum frömmer und besser dünken als Andere, die anstatt die Zeit mit diesen unnützen Andächteleien zu verderben, mit redlichem Herzen ihre Berufsgeschäfte besorgen. Das Gebet


