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Das Gebet ist das kräftigste Mittel, die ersten sündhaften Neigungen zu unterdrücken. Wer dem ersten Gedanke der Sünde durch das Gebet entgegengeht, wird nicht leicht unterliegen; denn das Gebet verstärkt die Beweggründe zum Guten, und schwächt, entkräftet die Scheingründe, die Reizungen der Sünde. Mein Vorsatz, der Tugend treu zu bleiben, wird immer ernster, inniger, fester, wenn ich ihn vor Gott mache, den ich mir durch mein lebhaftes Andenken an ihn vergegenwärtige. Und wie muß mich nicht die Erinnerung: du hast den Vorsatz, gut zu sein, unter den Augen Gottes gemacht, abschrecken, ihn zu brechen?
Das Gebet erzeugt und erhöht die Liebe Gottes und die Menschenliebe. ,, Gott ist die Liebe; er ist der Vater der Geschöpfe; er ist die Quelle alles Guten; er kann nichts wollen als das Gute, das Glück und die Zufriedenheit aller lebenden Wesen; die Menschen nähern sich der Gottheit, wenn sie Gutes, wie Gott, thun. Die Menschen sind Brüder, sie müssen einander lieb und theuer sein; ein gemeinschaftliches Band des Blutes knüpft sie an einander; weder Religion noch Vaterland soll zwischen ihnen eine Scheidewand machen! Der Jude ist ein Bruder des Heiden; der Heide ein Bruder des Christen. Alle stehen


