erkenne meine gänzliche Abhängigkeit von ihr, fühle mich aber selbst in dieser Abhängigkeit groß, und noch größer durch meine Bestimmung, der Gottheit durch sittliche Güte ähnlich zu werden. Jetzt entweichen alle niedrigen und menschenfeindlichen Neigungen aus meinem Herzen; ich fasse die edelsten Vorfäße, und bin voll Kraft, sie auszuführen. Alle Sorgen, aller peinigende Kummer über trübe Aussichten in die Zukunft verschwindet; Ruhe und Heiterkeit ergießt sich in meine dankbare Seele; ich werde meines Lebens froh, und fange an, das mannigfaltige Gute, welches ich aus der freigebigen Hand des himmlischen Vaters erhalten habe, mir lebhaft vor Augen zu stellen. Da sehe ich mich denn ungleich reicher und glücklicher als ich bisher geglaubt habe; ich finde mich unendlich reich und glücklich in der Ueberzeugung, daß mein Vater der Herr der Welt es mir an keinem wahrhaft Guten je fehlen lassen könne. Mit Freuden genieße ich nun das mich umgebende Gute, und voll göttlichen Antriebes verbreite ich auch um mich her Wohlfahrt und Glückseligkeit nach allen meinen Kräften.
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Diese Gedanken und Empfindungen sind die Seele des Gebetes; das heißt sein Gemüth zu Gott erheben, sich mit Gott unterhalten, mit Gott reden oder beten.


