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Der studirende Jüngling in seinem Wandel und Gebet : ein Lehr- und Gebetbuch / von P. Joseph Frey, Priester der Gesellschaft Jesu. Mit bischöflicher Approbation
Entstehung
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Belehrungen.

Laß dich also von den Banden der Menschen­furcht nicht fesseln, sondern sei ein entschiedener Kämpfer Jesu Christi, ein unerschrockener Diener Gottes und Mariens; zeige in deinem ganzen Be­nehmen, immer und überall, daß du nur Gott fürchtest, und es dir zur höchsten Ehre anrechnest, ihm anzugehören, und vergiß nie, daß Feiglinge nicht für das Himmelreich sind, welches mit Ge walt erobert werden muß; daß Jesus und Maria unter ihrer hl. Schaar nur Seelen voll Muth und Entschlossenheit brauchen können.

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Zweites Kapitel.

Worin soll der studirende Jüngling sich besonders üben?

§. 1. In der Frömmigkeit.

Die Frömmigkeit besteht nicht darin, daß man einige Gebete hersage, von Zeit zu Zeit die Kirche besuche, oder die hl. Sakramente empfange. Alles dies kann geschehen aus menschlichen Rücksichten, aus gedankenloser Gewohnheit, oder im beklagens= werthen Zustande der Bauigkeit. Frömmigkeit iſt eine herzliche, innige Anhänglichkeit an Gott, ift ein brennendes Verlangen nach ihm, als dem letz­ten Ziel und Ende; ist innige Wonne im Umgange mit ihm, innige Freude an Allem, was auf Gott sich bezieht. Daraus entspringt dann die Liebe zum Gebete als dem wahren Mittel mit Gott fich zu unterhalten, Liebe zur Betrachtung als der vollkommensten Art eines vertrauten Umgangs mit Gott; daher dann der öftere Empfang der Hl. Sa­