Wovor der studirende Jüngling sich zu hüten habe. 13
dich herab, und ermuthigst dich zum Kampfe. Wandle in hl. Furcht vor Gott, der dich überall sieht, und einst über dich zu Gericht sihen wird. Ganz besonders aber nimm deine Zuflucht zu Maria, der Jungfrau der Jungfrauen, und stelle deine Unschuld unter ihren Schuß, damit sie die Gefahren derselben von dir abwende und dir hülfreiche Hand leiste im gefährlichen Kampfe. Zu diesem Ende bete täglich das Gebetchen, meine Gebieterin." Mehreres über die Bekämpfung der Versuchungen findest du später in einer besondern Abhandlung.
§. 4. Vor der Menschenfurcht.
Zu den gefährlichsten Feinden des jugendlichen Alters gehört auch die Menschenfurcht, denn sie hält das bessere Gefühl und die edleren Gesinnungen des Jünglings in Fesseln, und führt ihn auf die gefährlichsten Irrwege. Als Sklave der Menschenfurcht kann er nie seiner geistigen Freiheit sich freuen; denn er muß nach den Gesinnungen und dem Betragen seiner Jugendgenossen sich richten, er muß Loben was sie loben, tadeln was sie tadeln, handeln wie sie handeln. Er darf es nicht einmal wagen, der Stimme seines Gewissens zu folgen und nach den Grundsätzen seiner christlichen Erziehung zu leben. Unentschieden in Gesinnung und Handlung hat er keine eigenen Grundsäße; die Ansichten seiner Genossen sind die seinigen. Von ihnen läßt er sich hinreißen zu den schändlichen Ausschweifungen der Jugend, er läßt sich nöthigen einzustimmen in die sitten- und glaubenslosen Gespräche der Andern, zu vernachlässigen seine heiligsten Pflichten. Diese Menschenfurcht übt ihre grausame und gottlose Herrschaft über ihn besonders aus: a) in Gesellschaften, wo er gegen die Stimme des Ge


