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Der studirende Jüngling in seinem Wandel und Gebet : ein Lehr- und Gebetbuch / von P. Joseph Frey, Priester der Gesellschaft Jesu. Mit bischöflicher Approbation
Entstehung
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Wovor der studirende Jüngling sich zu hüten habe. 11

giftigen Pfeile verwundet. Die Versuchung ver­sprach ihm Genüsse: sie hat sie ihm gegeben, aber nur für Augenblicke, gefolgt von quälenden Schner­zen. Sie verhieß ihm Freuden; sie gab ihm einen Tropfen aus dem Becher der Lust, aber hat ihm dafür geraubt die Kraft des Willens, die Regsam­keit des Verstandes, die Festigkeit des Charakters, die Zartheit des Gewissens und die liebenswürdige Heiterkeit eines unschuldigen Gemüthes, und ihm dafür zurückgelassen Abstumpfung und Erstarrung der Seelenträfte, Gefühllosigkeit gegen alles Höhere, und Neberdruß am Leben. Daher, christlicher Jüng­ling, wäre es für dich das größte aller Unglücke, wenn du der Wollust verfallen wärest; denn ver­loren wäre der schönste Schmuck deiner Seele, die Unschuld und heiligmachende Gnade, die Ruhe dei­nes Gewissens und der Frieden der Seele, und hättest dafür eingetauscht nur Verwirrung des Gei­stes und vielleicht gar schreckliche Verzweiflung. Mit der Unschuld wäre dahin die Liebe zu Gott, das Verlangen nach dem Himmel; denn jene wohnt nur in reinen Seelen, und dieses wird erstickt von den thierischen Lüsten des Unreinen. Du verlörest alle Andacht und Liebe zum Gebete; denn ein un­reines Herz, in dem die Liebe Gottes erstorben ist, erhebt sich nur schwer zum vertraulichen Umgange mit Gott. Du verlörest zuletzt sogar den Glauben; denn was ist natürlicher, als daß der abgestumpfte Geist die Wahrheiten des Heils nicht mehr faffen kann, und das verdorbene Herz nicht mehr an Gott, den es fürchten muß, an jene Strafgerichte Gottes, die ihm drohen, glauben mag? Du verlörest jede Kraft, dich wieder aufzurichten; denn einestheils wärest du gebunden durch die Fesseln einer vielleicht langjährigen Gewohnheit, anderntheils bedürftest du einer besondern Gnade, die aber nur Jenen zu Theil wird, die darum bitten, was der Sklave der