Druckschrift 
Der studirende Jüngling in seinem Wandel und Gebet : ein Lehr- und Gebetbuch / von P. Joseph Frey, Priester der Gesellschaft Jesu. Mit bischöflicher Approbation
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Wovor der studirende Jüngling sich zu hüten habe. 7

hierauf erst, wenn dir noch Zeit erübrigt, das Nüßliche und Angenehme; willst du in deinem Fleiße nicht ermüden, so handle nach einer festge= setten Ordnung; willst du arbeiten mit Nußen, so sef dein Fleiß kein ungestümer, sondern ein vernünf­tiger: Eile mit Weile"; willst du durch deinen Fleiß dich heiligen, so handle in Allem mit guter Meinung, zur größern Ehre Gottes und zur Ver­herrlichung Mariens.

§. 2. Vor der Unmäßigkeit.

Eine treue Gefährtin des Müßigganges ist die Unmäßigkeit, ein ebenso schändliches wie schädliches Laster. Ihm fällt der Jüngling anheim, sobald er anfängt, seine Studien zu vernachlässigen und dem Müßiggange sich hinzugeben; denn die Zeit, die er seinen Studien entzieht, bringt er meistens zu in Gesellschaft gleichgesinnter Genossen; und was ist dann gewöhnlicher, was für die leichtsinnige Jugend reizender und verführerischer, als der Besuch von Schenken und Wirthshäusern, wo sie in jugend­lichem Leichtsinne großentheils die Schranken der Mäßigkeit und des Anstandes überschreitet? Gibt es nicht Jünglinge, die groß damit thun, wenn sie am schnellsten die vollen Becher leeren, ja ihren Stolz gerade darin sezen, die Anderen hierin zu übertreffen? Ach die unglücklichen Thoren! sie wis­sen nicht, was sie thun, wie tief sie ihre Menschen­würde erniedrigen, welch' namenloses Elend sie sich, welch' bittern Jammer sie den Thrigen bereiten. Ist es denn etwas so Großes und Lobenswerthes, unvernünftiger zu sein als das unvernünftige Thier? Ist es denn vernünftig, in seiner Entwürdigung sein Lob zu suchen, die edelsten Güter der Natur, des Leibes und der Seele so muthwillig zu ver­geuden und sich eine so reichhaltige Quelle zeit­