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575 ein Jüngling von Schottland aus gegen Italien, um an dem Orte, wohin die Anhänglichkeit jedes katholische Herz zieht, zu beten. Es ist Wendelinus, der schottische Königssohn. Dem großen Entschluß, den er mit Gottes Gnade gefaßt hatte, Alles um Jesu willen zu verlassen, folgte bald die That. Ganz im Gegensaße zu so vielen jungen Leuten, die oft in der Begei= sterung hohe Entschlüsse fassen und nachher dieselben nicht ausführen- dachte er unverzüglich daran, seine Ansprüche an die Welt aufzugeben. Weil aber anders es nicht möglich werden konnte, so verließ er heimlich die Heimath. Und sollte der Jüngling nicht in Rom recht viele Gelegenheit finden, seine Andacht und Gottesliebe zu steigern, in der Stadt, wo Alles uns den Vorzug der heiligen katholischen Religion lehrt: die vielen Märtyrergräber; das Zusammenströmen so vieler heiliger Männer; die Person des Stellvertreters Jesu Christi u. s. w.! Alles dieses trug bei, seinen Entschluß zu befestigen, von nun an Gott allein zu dienen. Von diesem heiligen Vorhaben beseelt ging er zum damaligen Papst Benedikt I.( 574-575) und offenbarte ihm seinen Entschluß. Voll Freude über den Eifer des Jünglings ermahnte ihn der heilige Vater zur Ausführung desselben, zur Ausübung guter Werke und zu einem gottgeweihten heiligen Leben.


