Betrachtungen und Erhebungen
O mein Gott, erfülle mich mit heiliger und erleuchteter Liebe, damit ich jeden Augenblick benutze, meinem Nächsten zu nützen, ihn zu trösten oder zu erbauen. Wohl erkenne ich meine Nichtigkeit vor Dir, aber aus dem Nichts erschufest Du das All, und auch jetzt noch kannst Du Großes wirken mit diesem armen, niedrigen Herzen, das ich Dir ganz aufopfere. Du kannst und willst es auch! Ich allein bin es, die durch meine Feigheit dein Werk hemmt oder zerstört. Von nun an aber soll es anders werden. Inbrünstig flehe ich Dich an, gib nicht zu, daß ich je wieder durch Wort oder That gegen die christliche Liebe fündige. Denn ach, auch das Böse verbreitet sich und zwar mit unheilvoller Schnelligkeit. Niemand soll durch mich ein Unrecht leiden, niemand von mir durch Stolz oder Gleichgiltigkeit beleidigt, oder durch Lieblosigkeit betrübt werden; vor allem aber will ich mich hüten, durch schlechtes Beispiel Aergerniß zu geben. Niemals soll die Erbitterung meiner eigenen Seele mir als Entschuldigung dienen, wenn ich mich gegen den Nächsten verfehlte. Nein, mein Gott, laß mich im Gegentheil in der Stunde des Schmerzes eingedenk sein, daß der beste Trost das süße Bewußtsein ist, Dir gedient und dem Nächsten Gutes erwiesen zu haben. In der Verwirrung, bei
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