zu Gott am Morgen.
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nisse in den Weg legten? Wer kann die wohlthätige und unbegrenzte Fruchtbarkeit der christlichen Liebe ergründen? Wer die Folgen aller unserer Neigungen, Worte und Handlungen voraus berechnen?
Zu irgend einer Stunde, an einem fernen, unbekannten Orte ertönte ein lebenerweckendes Wort, und von unsichtbarer Macht getragen durchfliegt es Zeit und Raum. Derjenige, welcher es aussprach, fonnte dessen heilsame Wirkung nicht voraussehen, noch sie jemals in ihrer vollen Ausdehnung erkennen. O mein Gott, die von Dir ausgehende und von Dir geleitete Liebe hat eine wunderbare Kraft. Die Erkenntniß dieser Wahrheit ist ein großer Trost für uns, aber sie muß auch ernstliche Gewissensbisse in uns wachrufen; denn: Wehe dem Baume, der keine guten Früchte bringt! Wehe demjenigen, der ohne Liebe ist!
Unsere Schwachheit und Unfähigkeit kann uns feineswegs zur Entschuldigung dienen. Niemanden ist es erlaubt, das Gute zu unterlassen; auch dem geringen Knechte war es nicht gestattet, das erhaltene Talent zu vergraben. Den Großen und Mächtigen ziemen große und schwere Dinge, den Schwachent die kleinen und geringen, aber niemanden Trägheit und Feigheit. Die Liebe ist thätig, und wessen Herz wäre nicht fähig zu lieben?


