IV
Vorwort.
dringen? Wer von uns hat nicht für irgend ein Glied seiner Familie zu zittern, das in Gefahr steht, bon dem giftigen Hauche der Verführung angesteckt zu werden, ja dessen tödtliche Wirkungen vielleicht schon erfahren hat? Wer leidet nicht bei dem Gedanken an die schweren Versuchungen, denen unsere unschuldigen Kleinen, unsere jugendlich unbedachtsamen Söhne und Töchter, die schönsten Hoffnungen der Familien und des Vaterlandes, ausgesetzt sind, und denen sie so oft unterliegen.
Die geängstigte Seele seufzt über die grossen Gefahren, die von allen Seiten die Kirche bedrohen, und sucht ein Heilmittel, eine Abwehr; sie möchte dem mächtig gewordenen Geiste der Bosheit entgegenarbeiten, die lerke der finsterniss zerstören; aber ach! ihre Kräfte sind zu schwach und ungenügend, und mit Thränen muss sie dem täglich wachsenden Verderbniss zusehen.
Vor nicht langer Zeit erhoben sich in der katholischen Kirche gewichtige Stimmen; fromme, gelehrte Männer bon grossem Ansehen riefen den christlichen Frauen ihre Pflichten und ihre wichtige Aufgabe in's Gedächtniss zurück. Die Frau ist ja dazu berufen, durch stille häusliche Tugenden, durch die unwiderstehliche Macht der


