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Allgemeines Gebetbuch : ein Haus- und Kirchenbuch für evangelische-lutherische Christen / hrsg. im Auftrag der Allg. Luth. Konferenz
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Dritter Teil: Lieder.

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203.

bestellt, da man hier wohl auf stehe; drum nimmt Gott, was ihm wohlgefällt, bei Zeiten in

die Höhe und ſetzet es in ſeinen Zeug bin mein Kind! denn

Schoß, da es alles los, darf nicht, wie ihr sich trän­ken, die ihr oft denket, wie doch wohl dies oder jenes werden soll und könnets nicht erdenken!

Mel.: Es ist genug! so nimm, Herr. euch hin, Gott fordert dich aus dieser argen Welt. Ich leide zwar, dein Tod betrübet mich, doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: zeuch hin, mein Kind!

7. Wer selig stirbt, der schleu­2. Zeuch hin, mein Kind! der Bet zu die schwarzen Jammer­thore; hingegen schwingt er sich Schöpfer hat dich mir nur in der zur Ruh im güldnen Engelchore, Welt geliehn. Die Zeit ist aus, da­legt Abschen weg, kriegt Freuden- rum befiehlt er dir, jetzt wieder fort­öl, zeucht aus das Fleisch und zuziehn. Zeuch hin! Gott hat es so schmückt die Seel in reiner wei- versehen; was dieser will, das muß ßer Seiden. Er läßt die Erd und nimmet ein die Lust, da Christi Schäfelein in lauter Rosen weiden.

8. So gebt, ihr Liebsten, euch doch schlecht*) dahin in Gottes Willen. Sein Rat ist gut, sein Thun ist recht und wird wohl wieder stillen die Schmerzen, die er euch gemacht; und hiermit sei euch gute Nacht von eurem Sohn gegönnet. Es kommt die Zeit, da mich und euch vereingen wird in seinem Reich, der euch und mich getrennet.

geschehen. Zeuch hin, mein Kind!

3. Zeuch hin, mein Kind! im Himmel findest du, was dir die Welt versagt, denn nur bei Gott ist wahrer Trost und Ruh, da wird kein Schmerz erfragt. Hier müssen wir in Ängsten schweben; dort kannst du ewig fröhlich leben. 3euch hin, mein Kind!

4. Zeuch hin, mein Kind! wir folgen alle nach, so bald es Gott befiehlt. Du eilest fort, eh dein Herz Ungemach in spätern Jah­ren fühlt. Wer lange lebt, steckt lang im Leide; wer frühe stirbt, kommt bald zur Freude. Zeuch hin, mein Kind!

*) schlicht.

9. Da will ich eure Treu und Müh und was ihr eurem Kran­fen erwiesen habt, im Himmel hie, sobald ihr kommt, verdanken. Ich will erzählen, wie ihr habt euch selbst betrübt und mich ge­labt, vor Christo und vor allen. Und für den heißen Thränenfluß will ich, mit mehr als einem Kuß um euern Hals euch fallen.

P. Gerhardt. 1676.

5. Zeuch hin, mein Kind! die Engel warten schon auf deinen frommen Geist. Du siehest auch, wie Gottes lieber Sohn dir schon die Krone weist. Nun wohl! dein, Seelchen ist entbunden, du hast im Herren überwunden. Zeuch hin, mein Kind! G. Hoffmann. 1712.