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Gott ist die reinste Liebe : mein Gebet und meine Betrachtung / vom Hofrath von Echartshausen
Entstehung
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empfangen habe, als mir zuträglich ist, und weil du mich gelehrt hast, daß denen, die we­nig empfangen, auch wenig zuträglich ist. Ich, als dein Geschöpf, weiß nicht, was mir zuträg­lich ist, sondern du allein weißt es, o Herr! der für alle Dinge Vorsehung thut. Wer wahr­haft auf dich hoffet, sich an dich kettet, der kann nicht verloren seyn.

Herr! zu dir flehe ich; denn du bist mein Vater zu wem soll ich flehen, als zu dir? Wer liebt mich so sehr als du? Wer streckt seine Arme im Elende gegen mich aus, als du? Du bist die ewige unwandelbare Liebe, immer bereit, das Flehen deiner Geschöpfe anzuhören, nie taub zu der Stimme deiner Kinder. Du bist nicht, wie Menschen, die so gern dem Elende ihre Thüre verschließen, heute geben und morgen wieder nehmen, oder unwillig den Brocken ansehen, den sie dem Armen zuwerfen, oder ihn bei ihren Thüren von den Dienern abspeisen lassen. Nein, vor dir sind alle Menschen gleich, alle deine Kinder.

Zu dir rufe ich also, Vater! und wer zu dir, Vater, ruft, den kannst du nicht ver= stoßen. Ich erinnere mich deines Versprechens. Ich bin ein schwacher Mensch, und wenn nun mein Kind zu mir käme, mich um Erbarmung flebte, ich würde es nicht verstoßen: und du, dessen Liebe weit die Liebe aller Geschöpfe über­