Am Feste aller Heiligen.
O ihr verehrungswürdigen Heiligen! ihr Zierden der Kirche Christi! denen die ganze Christenheit so Vieles und so Großes verdankt, wie sollte ich euch nicht verehren, da Gott Selbst euch durch Wunder, die Er durch euch und auf eure Fürbitte gewirkt, so sehr geehret hat? Nur, wenn ich euch nachahme, verehre ich euch auf eine Gott und euch wohlgefällige Art. Hierzu sollen mich der heutige und alle eure Festtage ermuntern; an eure Beispiele sollen mich euere Bilder und Reliquien, die wir fromm in Ehren halten, stets erinnern. Was würde mir wohl meine Andacht zu euch nüßen, wenn ich euch durch meine Lebensweise so ungleich bliebe, daß ich nicht hoffen dürfte, an euerm Erbe im Himmel einst Theil nehmen zu können? Eure Lebensbeschreibungen seien mir wichtiger als die der größten Helden in der Weltgeschichte. Ich will hineinschauen wie in musterhafte Vorbilder und mich ganz euch und somit euerm Urbilde Jesus Christus nachzubilden suchen. Helft mir hierin durch eure Fürbitte!
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ihr verklårten Gottes- und Menschenfreunde, mit mehr als brüderlicher Liebe sehet ihr gewiß auf uns noch Streitenden herab, und ihr wünschet be= ständig, uns in eurer Gesellschaft zu sehen. Wie einst hienieden, so befördert ihr jetzt dort oben unser Seelenheil durch euere Fürbitte bei Gott; denn die Liebe, die euch schon hier dazu bewog, bleibt ewig in euch thätig. Wir vereinigen nun unfer


