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Am Feste aller Heiligen.
Dihr lieben Heiligen Gottes, deren Gedächtniß heute von der Kirche begangen wird! Wie erhebt sich mein Herz, wenn ich zu euch gen Himmel blicke! Wie ermuntert und freut mich der Gedanke, daß ich jetzt mit euch in Gemeinschaft stehe und einst ewig bei euch seyn soll! Auch mir steht der Weg dahin offen, der uns Jesus vorgebahnt hat und auf dem ihr Ihm nach uns vorangegangen seid. Wie ihr soll ich heilig werden um wie ihr auch selig zu werden. Dieß ist der Wille Gottes.
Aber werde ich auch wohl heilig leben können? O gewiß! Gott will es, und mit Seiner Gnade ist uns alles möglich. Ihr habt es gekonnt, ihr Heiligen aus jedem Lande, Volke, Geschlechte, Stande und Alter; warum nicht auch ich? Ihr waret von Natur schwache, gebrechliche Menschen, wie ich; einige einst vor ihrer Bekehrung sogar große Sün= der. Ihr lebtet in einer verdorbenen, argen und gefahrvollen Welt, viele in demselben Berufe wie ich. Ihr hattet noch mit weit stårkern Versuchungen und Beschwerden zu kämpfen als ich; aber mit Gottes Hülfe habt ihr sie, stark im Glauben, fest in der Hoffnung, brennend von Seiner Liebe siegreich überwunden. O ihr, denen euer und euerer Mitmenschen Seelenheil hier auf Erden so nahe am Herzen lag, die ihr für dasselbe so viel gebethet, gethan und gelitten habt, erhaltet mir und uns allen von Gott die Gnade, hier muthig und ausdauernd wie ihr zu kämpfen und uns mit euch der ewigen Krone zu erfreuen!


