11
Absicht gegeben, als damit ich fähig sey, mehr Gutes als Andere zu thun und zu befördern. Bewahre mich vor dem falschen Dunkel, daß es mir, weil ich Alles zur Befriedigung meiner Wünsche habe, ers laubt sey, der Weichlichkeit, der üppigkeit, der Verschwendung hinzugeben, was du mir anvertrauet hast, und worüber du mich einst zur strengen Rechenschaft ziehen wirst! Der Gedanke an die menschs liche Hinfälligkeit und den Tod, der früher oder spä= ter alle meine Aussichten und Hoffnungen für diese Welt vernichten wird, warne mich vor dem thörichten Stolze, der oft den Glücklichen vergessen macht, daß er von dir abhängig und wegen des Gebrauches und der Verwendung deiner Wohlthaten dir verantwortlich sey.
Lehre mich einsehen, daß nichts Irdisches den Geist des Menschen wahrhaft zu beruhigen vermögend sey; daß die Glückseligkeit in der Mäßigung und Selbstbeherrschung bestehe, und daß der größte Überfluß den Mangel an höheren Gütern, an Weisheit und Tugend nicht erseßen könne.
Gib mir, o Gott! ein mildes Herz gegen die Armen, vorzüglich gegen solche, die ohne ihr Vers schulden in Armuth gerathen sind. Welcher Undankbarkeit gegen dich würde ich mich schuldig machen, wenn ich mit fühlloser Härte den Dürftigen von mir stoßen wollte, den du mir entgegen schickest! Bey


