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geworden ist, unversehrt bewahre. Laß mich nie vergessen, daß der geringste Hauch des Lasters die Seele beflecke! Erhalte mir die heilsame Furcht, die gegen die Gefahr der Verführung behuthsam macht! Den Schuß der Tugend, die edle Schamhaftigkeit, laß stets meine Begleiterinn seyn, damit ich mich nie den Frechen beygeselle, die in ihrem Wahnsinne so weit kommen, daß sie der Unschuld und Tugend spotten! Befestige in mir die Überzeugung von der wichtigen Wahrheit, daß nur aus einem reinen, unschuldigen Herzen die wahre Wohlfahrt sich ergieße. Bezähme in mir den Hang zur Weichlichkeit und zum Müßiggange. Behüthe mich vor sträflicher Sorglosigkeit und Unbesonnenheit! Ach! Eine einzige schreckliche Minute, in der ich deiner Allgegenwart vergesse, in der ich meinen Leidenschaften oder dem bösen Beyspiele nachgebe, kann mir die Unschuld rauben, die keine Thränen, keine Klagen wieder erfeßen können. Ertheile mir diejenige Weisheit, die den Heuchler sogleich entdecket, welcher unter dem Scheine der Freundschaft das ansteckende Gift verderblicher Grundsätze mitzutheilen sucht! Bewahre mich vor dem tollkühnen Leichtsinne, der überall Sicherheit wähnt, und sich muthwillig in Gefahren stürzt! Mache mich gleichgültig gegen den Tadel der Unbesonnenen, die die Gesetze der Eingezogenheit, Sittsamkeit und Bescheidenheit verachten! Laß mich


