Druckschrift 
Gebet- und Erbauungsbuch für katholische Christen / hrsg. von J. B. Devis, S. J., vormaligem Pfarrer zu Cöthen. ... Mit Genehmigung der Apostol. Nuntiatur zu München
Entstehung
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Obgleich man überall sein Herz in frommer Andacht zu Gott erheben und von Ihm erhört werden kann, so soll man doch so viel wie möglich in die Kirche gehen, um zu beten. Dort ist der Herr besonders aufmerksam auf das Flehen der Bedrängten, und gewährt leichter, um was sie bitten( 2. Chron. VII.); die Kirchen sind zum Gebete und zur Gottesverehrung eigens bestimmt und eingeweihet: ,, Mein Haus ist ein Bet­haus;" Alles, was wir in demselben erblicken, erhebt unser Ge­müth zu Gott, und unser Gebet wird durch dasjenige unserer gläubigen Mitbrüder kräftig unterstützt. Zudem haben unsere Kirchen noch den besonderen Vorzug, daß sie im wahren Sinne 1 des Wortes: Das Haus Gottes" sind, der Ort, an welchem unser Herr, J. Chr., durch dessen Verdienste allein uns alles Gute zu Theil wird, in dem h. Sakramente seiner Liebe, als Gott und Mensch leibhaft unter uns wohnt, um die Huldigun­1 gen und das Flehen seiner Kinder in Empfang zu nehmen, und sie mit seinen Gnaden und Segnungen zu bereichern. Daher ist das Beten in der Kirche vorzüglich heilsam und nützlich.

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3. Daß es rathsam sei, die Heiligen Gottes anzurufen.')

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Es liegt im Geiste des Christenthumes, daß wir auch im Gebete an die verklärten Freunde Gottes uns wenden, z. B. 1 an die seligste Jungfrau Maria, an die hh. Apostel u. s. w., um ihrem frommen Sinne, als einem bleibenden Vorbilde des christlichen Lebens, Erbauung abzugewinnen, um sie zu Mustern zu wählen, an denen Christus sich ausgeprägt und die Er uns für alle Lebensverhältnisse aufgestellt hat; um uns endlich 2 auch, wegen ihrer engen und großen Freundschaft mit Gott und dem Heilande, um ihre Fürsprache zu bewerben. Denn je 2 reiner dort oben am Throne Gottes die Liebe der Heiligen, 2 und je voller der Genuß jener unaussprechlichen Seligkeit ist, welcher sie in Christo theilhaftig geworden sind, desto mitleidiger sind sie auch uns in Liebe zugewendet. Wegen ihrer großen und reinen Liebe zu ihren Brüdern und Schwestern auf Erden 3 bitten sie für uns. Und wenn der H. Paulus 2), im Bewußt­

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1) Siehe auch unten S. 240-244.- 2) Röm. XV. 30,