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Gelobt sei Jesus Christus! : vollständiges Gebet- und Andachtsbuch für katholische Christen / hrsg. v. mehreren Geistlichen. Mit Genehmigung d. hochwürd. geistl. Behörden
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Anhang.

Dreißigster Tag.

Von dem Verlangen nach dem Besize Gottes.

1) Je mehr eine Seele in der Erkenntniß der göttlichen Wahrheiten zunimmt, und diese Erkenntniß erlangt man durch beständige Betrachtung derselben,- desto mehr kommt der Mensch zur Einsicht, daß Nichts, gar nichts auf Erden das Verlangen seines Herzens stillen und befriedigen kann. Er erkennt im hellsten Lichte die Eitelkeit und Nichtigkeit aller irdischen Dinge, wird ganz gleichgültig dagegen, und verachtet sie von Herzen: er wendet seinen Blick ab von der Erde und richtet ihn empor zum Himmel. Dort allein findet er Ruhe; denn dort wohnt der, welcher sein Herz stillen kann, in dessen Besige er allein Ruhe findet. Daher die Sehnsucht nach dem Besitze Gottes in den Herzen frommer Seelen, daher ihre stille Trauer in dem Getrennt­sein von dem einzigen höchsten Gute. Als Maria nach der Himmelfahrt ihres göttlichen Sohnes einsam unter den Aposteln auf Erden weilte, da erfüllte fort und fort stille Wehmuth ihr Herz, wie eine Verbannte lebte sie in stiller Zurückgezogenheit. Nur das Gebet war ihr Trost und die Ausbreitung der Kirche ihres Sohnes ihre Freude. O wie oft seufzte sie: Wer gibt mir Flügel einer Taube, daß ich fliehe und ruhe! Fühlst du keine solche Sehnsucht nach dem Besite Gottes in dir, meine Seele?

2) Das Verlangen, Gott zu bejizen, ist ein Zeichen, daß der Mensch in der Gnade Gottes steht, daß er sein Kind ist und zur Zahl seiner Auserwählten gehört. Dieſes Verlangen darf aber fein vorübergehendes, sondern muß ein fortdauerndes sein und soll immer mehr zunehmen, je weiter du in der Tugend fortschreitest. Um es aber in dir immer rege zu halten, betrachte immer wieder das mensch­liche Elend und die Eitelkeiten der Welt. Richte immer deinen Blick im Gebete nach Oben und sende, so oft du kannst, Seufzer des Verlangens zum Himmel empor. Der Herr läßt sich dann zu dir herab, er zieht dein Herz immer mehr an sich, erfüllt es immer mehr mit seiner Liebe, schält es immer mehr los von dir selbst und von den Geschöpfen, und wird es endlich, ist die Zeit deines Heimganges in die wahre Heimath gekorimen, ganz mit seiner beseligenden

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