16
Erste Abtheilung.
it.
f. Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes. seben: So laß mich die gerechtigkeit, Die mich von schuld und straf befreit Im glauben eifrig suchen.
Mel. Es ist gewißlich an der
20. Gerechter gott! vor dein gericht Muß alle welt sich stellen; Du wirst in ihrem angesicht Auch mir mein urtheil fällen.
Mel. Jesu, deine tiefen wunden.
laß mich jede fünde scheun, Und 21. Gott! vor dessen angesichte hier mit ernst beflissen seyn, Vor dir einst zu bestehen.
Ehrfurcht billig uns erfüllt! Ew'ges licht, aus dessen lichte Stets die reinste klarheit quillt! Laß doch deine heiligkeit Unsern herzen jederzeit Kräftige ermuntrung geben, Nach der heiligung zu streben.
2. Du siehst von deinem hohen thron Auf alle menschenkinder; Bestimmtest fedem seinen lohn, Dem frommen und dem fünder. Nie siehst du die personen an; Auf das allein, was wir gethan, Siehst du gerechter richter.
3. Viel gutes und barmherzigkeit Giebst du schon hier den frommen; Cu schüßest sie vor manchem leid, Darein die fünder kommen. So zeigest du vor aller welt, Daß dir der eifer wohlgefällt, Den man der tugend widmet.
4. Sa, herr, du liebst, was recht und gut; Du bist ein freund der from men. Wer deinen willen gerne thut, Wird von dir aufgenommen; Sein sinn und thun gefällt dir wohl, Ist er gleich nicht, so wie er soll, Ganz heilig, ganz vollkommen.
5. Doch dem, der dich, o gott, nicht scheut, Dem frevelnden verbrecher, Der dein geseß und recht entweiht, Bist du ein strenger rächer. Verachtung, elend, schmerz und bohn, Gewissensmarter find sein lohn Oft schon in diesem leben.
6. Und bleibt auch hier viel ungestraft, Viel gutes unbelohnet, So kommt ein tag der rechenschaft, Der keines sünders schonet. Da stellest du ins hellste licht, Wie recht und billig dein gericht; Dann triumphirt der fromme.
2. Heilig ist dein ganzes wesen, Denn kein böses ist an dir. Ewig bist du so gewesen, Und so bleibst du für und für. Was dein wille wählt und thut, Ist unsträflich, recht und gut, Und mit deines armes stärke Wirkst du stets vollkommne werke.
7. Gerechter gott, laß mich wie du, Das gute eifrig lieben; Gieb selber mir die kraft dazu, Es willig auszuüben. Regt sich die sünde noch in mir, So stärke mich die furcht vor dir, Daß ich sie überwinde.
3. Herr! du willst, daß deine kinder Deinem bilde ähnlich seyn. Nie besteht vor dir der sünder; Denn du bist vollkommen rein. Du bist nur der frommen freund; Uebelthätern bist du feind. Wer beharrt in seinen fünden, Kann vor dir nicht gnade finden.
4. O! so laß uns nicht verscherzen, Was du uns noch zugedacht. Schaffe in uns reine herzen! Tödt in uns der sünden macht! Denn was sind wir, gott! vor dir? Du bist heilig, aber wir Sind verderbt, und wer kann zählen, Großer gott, wie oft wir fehlen?
5. Uns von sünden zu erlösen, Gabst du deinen sohn dahin. O! ſo reinige vom bösen Durch ihn unfern ganzen sinn. Gieb uns, wie du selbst verheißt, Gieb uns deinen guten geist, Daß er unsern geist regiere Und zu allem guten führe.
6. Keiner fündlichen begierde Bleibe unser herz geweiht! Unsers wandels größte zierde Sey rechtschaffne beiligkeit! Mach uns deinem bilde gleich! 8. Und weil vor dir, gerechter gott Denn zu deinem himmelreich Wirst Nur die allein bestehen, Die gläubig| du, herr! nur die erheben, Die im auf des mittlers tod Bei wahrer reue glauben heilig leben.


