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Neues Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden in den kurfürstlich-hessischen Landen
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Erste Abtheilung.

10

4. Wer ließ in jenen höhen Das sternenheer entstehen? Wer bieß des donners brüllen Die welt mit furcht erfüllen?

5. Du bists, gott! deine werke Er­zählen deine stärke Und deine weise güte Dem achtsamen gemüthe.

6. Das würmchen in dem staube, Die bunte raup' am laube, Das gras, die schlanken halmen, Sind deines ruhmes psalmen.

7. Herr, du bist hoch erhoben, Und ewig hoch zu loben, Wenn auch der fün­der rotten Dich leugnen und verspotten.

8. Laß alle, die dich kennen Und dich mit ebrfurcht nennen, Und die dir fest vertrauen, Dein gnädig antlig schauen.

Mel. Aus meines herzens grunde.

7.

chwingt, heilige gedanken, Euch von der erde los! Gott, frei von allen schranken, Ist unaussprechlich groß. Er ist ein geist! lobsingt Vor seinem angesichte! Gott wohnt in einem lichte, Zu dem kein auge dringt.

2. Kein mensch kann ihn erreichen, Kein endlicher verstand. Wer darf sich ihm vergleichen? Wer hat ihn ganz erkannt? Macht euch von ihm kein bild! Wer kann den höchsten sehen, Ob er gleich alle höhen Und jede tief erfüllt?

3. Die sonn' in hoher ferne Mag strablenreicher glübn; Glänzt heller noch, ihr sterne! Was seyd ihr gegen ihn? Ihr seyd mit eurer pracht, In eurem schönsten lichte, Vor seinem an­gesichte Noch dunkler, als die nacht.

4. Wie sollen wir dich nennen, Dich, schöpfer der natur? Was wissen wir? wir kennen Nicht halb die krea­tur, Die du hervorgebracht: Und du bist doch viel größer Und unaussprech­lich besser, Als werke deiner macht.

5. Von dir strömt alles leben; Du bist der reinste geist; Hast alle kraft gegeben Dem engel, der dich preißt. Zu deines namens ehr' Ertönen lob­gesänge In seiner brüder menge, Im ganzen himmelsheer.

6. Stimm in der engel chöre, O! meine seele, auch; Sey voll von seiner ehre, Du seines odems hauch! Dies,

dies ist dein beruf. Auf! widme deine kräfte Dem würdigsten geschäfte, Wozu dich gott erschuf.

7. Im geiste bet ihn, seele, Bet thn in wahrheit an! Liebst du des herrn befehle, Wie selig bist du dann! Er hat unsterblichkeit, Und seligkeit und leben: Das alles will er geben Dem, der sich ganz ihm weiht!

Mel. Mein gott, das herz ich br. c. ode:: Nun danket all', und bringet 2c.

Zingt unserm gott ein frohes lied! Er ist's und keiner mehr. Groß, unaussprechlich groß ist er, Der weltkreis sein gebiet.

2. Groß ist sein nam! er will und ſprichts: Da steht voll herrlichkeit, Der welten meng; und er gebeut; Sie fallen in ihr nichts.

3. Licht ist sein kleid: unendlich reich, Ein meer voll seeligkeit; Von ewigkeit zu ewigkeit Ist er; wer ist ihm gleich?

4. Er überschaut, was ist und war Im himmel, erd und meer, Und sei­ner werke zahllos heer Bleibt vor ihm offenbar.

5. Deff' freuet euch! die lieb ist gott, Das beste seine wahl; Groß seine tha­ten allzumal Und heilvoll sein gebot.

6. Gerechtigkeit und wahrheit ist Die feste seines throns. Lobt ihn, der auch des erdensohns, Des menschen, nicht vergißt.

7. Er kennet uns; er ist mir nab, Im Abgrund, in der höh, Wohin ich fliehe oder geb, Ist er doch immer da.

8. Er ist um mich, vernimmt mein flehn, Schafft meiner seele ruh, Siehts, wann ich fehl und gutes thu Und eilt, mir beizustehn.

9. Er wog mir seine gaben dar, Schrieb auf sein buch auch mich Und meiner tage zahl, da ich noch unbereitet war.

10. Ihm dank ich alles; nichts ist mein, Das gott nicht angehört. Herr, deine huld, die ewig währt, Soll stets mein loblied seyn.

11. Werfaffet deiner wunder pracht, Die da sind, wenn du rufft? Ein jeder staub, den du erschufft, Verkün­digt deine macht.