V
sten Sinn zu unterschieben, den heiligsten Ausdrücken die gottloseste Deutung zu geben wissen, muß ich mich so klar und unumwunden wie möglich aussprechen, daß es immer himmelweit von mir entfernt war und, wie ich zu Gottes Gnade hoffe, ewig himmelweit von mir fern bleiben wird, anders zu denken, zu sprechen und zu schreiben, als es dem klaren, unzweideutigen Worte Gottes und Jesu Christi gemåß ist; daß ich daher den Kaiser, den König, und jede Obrigkeit nicht nur ehre, weil sie Gewalt und Macht hat zu strafen oder zu belohnen: sondern weil Kaiser, Könige, Fürsten und Obrigkeiten von Gott gesetzt sind, und weil es Christi und der Apostel Worte und Beispiele so nachdrücklich lehren und einschärfen. Deswegen ist es mir, wie jedem wahren Chris sten, gleich heilig und wichtig, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, als, Gott zu geben, was Gottes ist. Ich will die Obrigkeit nicht weniger treu und gewissenhaft ehren und geehrt wissen, als ich von ganzem Herzen Gott und die Brüder lieben, und jedermann die gebührende Achtung erweisen möchte. Denn derselbe Gott, der uns das Eine befohlen hat, hat uns auch das Andere geboten; und wer alle Gebote hålt, und nur eines übertritt, hat sich gegen das ganze Gesetz verfündiget. Jak. 2, 10. Ich rufe euch daher mit dem Apostel Petrus zu: Unterwerfet euch jeder menschlichen Kreatur( um wie vielmehr dem Kaiser oder) dem Könige, der die höchste Gewalt hat, oder seinen Statthaltern.- Denn das ist Gottes Wille, daß ihr durch Rechtthun die Unwissenheit thorichter Menschen zum Schweigen bringet. 1. Petri 2, 13-15.
-
Vor Gott und Jesu Christo, dem zukünftigen Richter der Lebendigen und der Todten! Das ist mein Sinn, das meine Absicht bey allem, was ich denke, spreche und schreibe. Wer mir eine andere unterschiebt, der trage das Urtheil, das der unterschobene Sinn verdient; der


