Druckschrift 
Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Vom Worte Gottes.

und die Bernunft alsdann gefangen drum gib, daß ich dein Wort, oft nehmen, wenn Gott fich offenbart,

ist der Geschöpfe Pflicht; und weise spricht. Demuth ists, zu glauben, was Gott

und mit Andacht lese: das Wort,

das deinen Rath von unserm Heil

enthält. Dank sei dir für dies

10

Erster Theil.

- 4

10. Find ich in deinem Wort noch manche Dunkelheiten, so laß mich

Wort, den größten Schatz der Welt. 2. Erfülle mein Gemüth mit Ehr­furcht und Vertrauen, mit Lust und einen Freund, der mehr, als ich sieht, frommem Ernst dadurch mich zu erleiten. Ein forschender Verstand, der banen. Du bists, der in der Schrift sich der Schrift geweiht, ein ange­zu meiner Seele[ pricht; o segne doch an mir, Herr, deinen Unterricht.

fochtnes Herz hebt manche Dunkelheit.

11. Stets sei dein Wort mir werty! 3. Mein Gott, vor welchem ich Es ist mein Glück auf Erden, und letzt meine Hände falte, gib, daß ich wird es einst noch mehr in jenem allezeit dein Wort für Wahrheit halte; Leben werden. Nie irre mein Gemülth und laß mich deinen Rath empfin- der Bibelfeinde Spott! die Lehre, die bungsvoll verstehn, die Wunder am sie schmähn, bleibt doch dein Wort, Geset, am Wort vom Kreuze sehnl

o Gott!

9. Erinnre mich hieran, wenn mich die Zweifel kränken, und lehre mich dabei zu meinem Heil bedenken, dort ſei die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit; dort wachse, wie mein Glüc, mein Licht in Ewigkeit.

4. Du, aller Wahrheit Gott, fannst mich nicht irren lassen. Untrüglich ist dein Wort; o laß mich daraus faffen, so viel mein Heil verlangt. Du bists, 9. der Weisheit gibt, wenn man sie redlich sucht, und aus Gewissen liebt. 5. Gib, daß dein kräftig Wort, Gott, mein Herze rühre, und daß ich mir den Spruch oft zu Gemüthe führe, der mich vor andern rührt. D starte mich durch ihn mit Ernst und Munterkeit, das Gute zu vollziehn.

6. Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden. Wer deinem Wort gehorcht, den läff'st du inne werden, die Lehre sei von dir, die uns die Bibel gibt! man lernt ihr Wort ver­stehn, wenn man es treulich übt.

7. Spricht sie geheimnisvoll, so faß mich dies nicht schrecken. Kein endlicher Verstand kann dich, Gott, ganz entdecken. Du bleibst unendlich Hoch. Was mir dein Wort erklärt, nicht was mein Wiß verlangt, ist meines Glaubens werth.

8. Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen, ist Ruhm,

09 Mel. Nun danfet alle Gott.

STEE

deslo

elobt seist du, o Gott,

für deines Wortes Lehre! Gib,

Vater, daß ich sie mit Andacht

fleißig höre. D, mache doch mein

Herz von Vorurtheilen rein und

laß dein Wort mein Licht auf

meinen Wegen sein. A

2. Laß mich im Forschen doch die Wahrheit nie verfehlen, und nie, was schädlich ist, für wahres Heil erwählen. DHöchfter, leite selbst den forschenden Verstand, so wird, was du mich lehrst, auch recht von mir erkannt.

3. Wie thöricht ist es doch, bloß andern Menschen glauben! Das heißt,