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Neues Gesangbuch für die evangelisch-lutherischen Gemeinden in den kurfürstlich-hessischen Landen
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1. Von Gott.

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mich, daß ich mich nicht mit bangen| laufbahn eilet, Und wie durch beide sorgen quäle. Gieb, daß ich dir mit tag und nacht der erde Regieret werde. zuversicht Mein wohl und weh befehle, Und kindlich auf dich traue.

5. Was machts, daß diese ordnung stets vorhanden, Und unverrückt jahr­tausende bestanden? Kannst du der gottheit daseyn, kraft und wesen Nicht darin lesen?

6. Sich, mensch, du edler unter krea­turen! Sieh an dir selbst der gottheit klare spuren! Kannst du mit wahrheit dich verständig nennen, Und gott miß­kennen?

7. O sünder! frag das nagende ge­wissen: Ist denn ein gott? o fühl doch in den bissen, Die du empfindest, fühl bei böser sache Den Herrn der rache.

8. Gott, du bist heilig und gerecht, Und kannst nichts böses leiden; Wer sagen will, er sey dein knecht, Muß jede sünde meiden: Gieb, daß ich mich der heiligkeit mit rechtem ernst befleiße, Nachjage der rechtschaffenheit, Und deine wege preise, So wunderbar sie scheinen.

9. Du bist sehr gnädig; gott, und gut, Vergiebst die schuld dem sünder; Erbarmst dich, wie ein vater thut, Von herzen deiner kinder: Laß reichen trost, von deiner huld, In meine seele fließen; Und laß mich nach bereuter schuld Auch wieder ruh genießen, Und dann vorsichtig handeln.

10. Gott, dessen wahrheit stets be­steht: Wohl denen, die dir gläuben! Wann erd und himmel einst vergeht, Wird dein wort ewig bleiben: Gieb, daß ich fürchte dein gericht, Und alles, was du dräuest; Auch hoffe, was dein wort verspricht, Daß du mirs gern verleihest: Wer hofft, wird nicht zu schanden.

11. Gott, wenn ich dich so kenn' und ehr', Dein wort zum grunde seße: Er­freu' ich mich darüber mehr, Als über alle schäße; Bis ich dort dich, mein heil und licht! Vollkommener erkenne, Von angesicht zu angesicht Dich schaue, dich erkenne, Und unaufhörlich lobe. Mel. Herzliebster jesu, was hast: c. oder: Eigene Melodie.

eft

8. Doch nicht genug: es ist ein gott, zu sagen. Oft leugnets doch der mensch durch sein betragen, Wenn er, als wär kein gott, in sünden wandelt, Und gottlos handelt.

9. Du sagst: gott ist und kennt mein ganzes leben. Bist du ihm denn auch recht zum dienst ergeben? Ist dank und gegenliebe im gemüthe Für seine güte?

10. Im wohlstand tropig, zaghaft in beschwerden, Vergötterst du oft dinge dieser erden, Machst gold zum trost, häst fleisch für deinen retter; Elende götter!

11. O hilf uns, gott, doch deinen heil'gen willen Mit redlichkeit und her­zenslust erfüllen; Sonst werden wir, beim ruhm des glaubens lügen, Uns selbst betrügen.

3. O! sieh hinauf zu den gestirnten höhen, Wo welten sich in ihren kreisen drehen, Und von der bahn, ihr jahrs­ziel zu erreichen, Kein haarbreit weichen.

12. Laß uns dein wort den weg der wahrheit lehren, Uns zeigen, wie wir

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noch also fragen? Hört man nicht laute stimmen, die es sagen? Es zeigen schrift, vernunft und kreaturen, Der gottheit spuren!

Mel. Wach auf, mein herz 2c.

2. Sich um dich her! sich himmel, 6. gott, aus deinen werken

länder, meere; Sich der geschöpfe un­zählbare heere! Schließ von dem bau und vom verstand der geister, Auf ihren meister.

Kann ich dein daseyn mer­ken; In allen kreaturen Find ich der gottheit spuren.

2. Das große weltgebäude, Dein ruhm und meine freude, Ruft in viel tausend chören: Gott ist, gott mußt. du ehren!

3. Wer sprach es, daß die erde, Und daß der himmel werde? Wer sprach es, daß im meere Des wassers sammlung

einst zum himmel wirst erheben, Bei dir zu leben.

4. Sieb, wie die sonne jahr und tage theilet, Wie auch der mond durch seine| wäre?