Bußandacht
Diese vier Stücke, von denen das Heil des Sünders durch Wirkung einer wahren, Gott gefälligen Buße abhängt, bedürfen noch einer ausführlichern Betrachtung, die wir denselben in dem Nachfolgenden widmen.
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I. Von der Selbsterkenntniß( Gewissenserforschung).
y Von der Selbsterkenntniß nimmt das ganze Bußgeschäft seinen Ausgangspunkt, wie die Geschichte von dem verlornen Sohn lehrt. Nachdem er durch das Elend, in das er gerathen, zum Nachdenken über sich selbst erwacht war, erkannte er, was er gethan,- er erkannte aus dem Unrechte, das cr gegen den Vater begangen, seine ganze Nichtswürdigkeit. Und diese Selbsterkenntniß führte ihn immer weiter auf dem Wege der Buße bis zur Rückkehr in das Vaterhaus.
Es ist daher für die Bekehrung des Sünders von der höchsten Wichtigkeit, daß er zu einer wahren Selbsterkenntniß gelange. Um zu einer solchen zu gelangen, muß er mit sich selbst zu Gericht gehen, indem er nach ernstlicher Anrufung des heiligen Geistes um den göttlichen Beistand über die Neigungen seines Herzens und über seinen Lebenswandel nachdenkt, d. h. sein Gewissen erforscht. Diese Gewissenserforschung muß mit aller Sorgfalt, mit Aufwendung der nöthigen Zeit und der erforderlichen Mühe, und mit aller Aufrichtigkeit gegen sich selbst, mit Verleugnung alter Eigenliebe, geschehen. Um sie mit gutem Erfolge anzustellen, ist es nothwendig, daß man sich an einen stillen Ort, sei es zu Haus oder in der Kirche, zurückziehe und in die Gegenwart Gottes,


