24
Erster Theil. Vom Wesen Gottes
8. Nun, so soll mein ganz Ber- 4. Und diesen Gott sollt ich nicht trauen unbeweglich auf ihm ruhn! chren? Und seine Güte nicht verFelfen will ich auf ihn bauen; was er sagt, das wird er tun. Erd und Himmel kann vergehn, doch sein Bund bleibt ewig stehn.
stehn? Er sollte rufen, ich nicht hören? Den Weg, den er mir zeigt, nicht gehn? Sein Will ist mir ins Herz geschrieben; sein Wort bestärkt ihn ewiglich. Gott soll ich über alles lieben, und meinen Nächsten gleich als mich.
Von der Liebe und Güte Gottes.
Mel. des 66. Psalms.
33. W ie groß ist des All
mächtgen Güte! Ist der ein Mensch, H
den sie nicht rührt? der mit ver
härtetem Gemüthe den Dank erstickt,
der ihm gebührt? Nein, seine Liebe
zu ermessen sei ewig meine größte
Pflicht. Der Herr hat mein noch nie vergessen: vergiß, mein Herz, auch
feiner nicht!
2. Wer hat mich wunderbar bereitet? Der Gott, der meiner nicht bedarf. Wer hat mit Langmuth mich geleitet? Er, dessen Rath ich oft verwarf. Wer stärkt den Frieden im Gewissen? Wer gibt dem Geiste neue Kraft? Wer läßt mich so viel Glück genießen? Jsts nicht sein Arm, der alles schafft?
3. Schau, o mein Geist, in jenes Leben, zu welchem du erschaffen bist; wo du, mit Herrlichkeit umgeben, Gott ewig sehn wirst, wie er ist. Du hast ein Recht zu diesen Freuden; durch Gottes Güte find sie dein. Sich, darum mußte Christus leiden, damit du könntest selig sein.
5. Dies
ist mein Dank; dies ist fein Wille. Ich soll vollkommen sein, wie Er. So lang ich dies Gebot erfülle, stell ich sein Bildniß in mir her. Lebt seine Lieb in meiner Seele, so treibt sie mich zu jeder Pflicht; und ob ich schon aus Schwachheit fehle, herrscht doch in mir die Sünde nicht.
6. O Gott, laß deine Güt und Liebe mir immerdar vor Augen sein! sie stärk in mir die guten Triebe, mein Leben dir zu weihn. Sie ganzes
tröste
mich zur Zeit der Schmerzen; sie leite mich zur Zeit des Glücks; und sie besieg in meinem Herzen die Furcht des letzten Augenblicks.
34,
Gott, du bist die
Liebe! Allein zum Wohlthun haft
du Lust. Der Quälsucht harte Triebe
sind deinem Herzen unbewußt. Ganz pe
ohne alle Gränzen ist deine Gültig
feit. So weit die Himmel glänzen,
übst du Barmherzigkeit. Du, Herr,
haft Wohlgefallen an dem, was du
gemacht, und haft uns Sündern
allen noch Leben zugedacht.


