Druckschrift 
Gebete
Einzelbild herunterladen

4

I. Heilige Zeiten.

Andacht schenkt; Das sind unsre besten Sorgen, Wenn der Mensch an Gott gedenkt Und von Herzen betet, singt, Daß es durch die Wolken dringt.

4. Was ist schöner, als Gott dienen? Was ist süßer als sein Wort? Da wir sammeln wie die Bienen Und den Honig tragenfort; Selig ist, wer Tag und Nacht Also nach dem Himmel tracht.

5. O mein Gott, sprich selber: Amen! Denn wir sind dein Eigentum; Alles preise deinen Namen, Alles mehre deinen Ruhm, Bis es künftig wird geschehn, Daß wir dich im Himmel sehn.

Kaspar Neumann, 1648-1715

Mel. Meinen Jesum laß ich nicht. 9. Licht vom Licht, erleuchte mich Bei dem neuen Tages­lichte; Gnadensonne, zeige dich Meinem muntern Angesichte, Wohne mir mit Glanze bei, Daß mein Sabbathfröhlich sei.

2. Brunnquell aller Se­ligkeit, Laß mir deine Ströme fließen, Mache Mund und Herz bereit, Deiner Gnade zu genießen. Streu das Wort mit Segen ein, Laß es hundertfrüchtig sein.

3. Zünde selbst das Opfer an, Das auf meinen Lippen lieget, Sei mir Weisheit, Licht und Bahn, Daß kein Irrtum mich betrüget Und fein fremdes Feuer brennt, Welches dein Altar nicht kennt.

4. Laß mich heut und allezeit Heilig, heilig, heilig! singen Und mich in die Ewig­feit Mit des Geistes Flügeln schwingen. Gieb mir einen Vorschmack ein, Wie es wird im Himmel sein.

5. Rub in mir und ich in dir, Bau ein Paradies ins Herze. Offenbare dich doch mir Und gieß meiner Andachtskerze Immer neue Nahrung zu, du Liebes­flamme du.

6. Dieser Tag sei dir geweiht, Weg mit allen Eitel­feiten! Ich will deiner Herr­lichkeit Einen Tempel zube­reiten, Nichts sonst wollen, Als in nichts sonst thun, deiner Liebe ruhn.

7. Du bist mehr als Salomon; Laß mich deine Weisheit hören. Ich will deinen Gnadenthron Mit gebeugten Knieen ehren, Bis mir deine Sonne lacht Und den schönsten Sonntag macht.

Benj. Schmold, 1672-1737.