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Evangelisches Gesangbuch : nach Zustimmung der Provinzialsynode vom Jahre 1884 zur Einführung in der Provinz Brandenburg / mit Genehmigung des Evangelischen Oberkirchenrates herausgegeben vom Königlichen Konsistorium
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Beten, Loben

So thut der Herr uns Armen, Wenn wir ihn findlich fürchten rein. Er kennt das arm Gemächte, Er weiß, wir sind nur Staub, Ein bald verwelft Geschlechte, Ein Blum und fallend Laub: Der Wind nur drüber wehet, So ist es nimmer da; Also der Mensch vergehet, Sein Ende ist ihm nah.

4. Die Gottesgnad alleine Steht fest und bleibt in Ewigkeit Bei seiner lieben Gmeine, Die steht in seiner Furcht bereit, Die seinen Bund behalten. Er herrscht im Himmelreich: Ihr starken Engel waltet Seins Lobs und dient zugleich Dem großen Herrn zu Ehren Und treibt sein heilges Wort. Mein Seel soll auch vermehren Sein Lob an allem Ort.

5. Sei Lob und Preis mit Ehren Gott Vater, Sohn und heilgem Geist;

Der wolle in uns mehren Was er aus Gnaden uns verheißt, Daß wir ihm fest vertrauen, Uns lassen ganz auf ihn, Von Herzen auf ihn bauen, Mit unserm Mut und Sinn Ihm findlich stets anhangen. Drauf singen wir zur Stund: Amen, ich werds erlangen, Glaub ich von Herzensgrund. 3. Gramann, 1541.

15.

daß ich tausend Zungen hätte Und einen tausendfachen Mund, So stimmt ich damit um die Wette Vom allertiefsten Herzensgrund

und Danken.

Ein Loblied nach dem andern an Von dem, was Gott an mir gethan.

2. O daß doch meine Stimm er­schallte

Bis dahin, wo die Sonne steht, O daß mein Blut mit Jauchzen wallte,

So lang es noch im Laufe geht! Ach wär ein jeder Puls ein Dank Und jeder Odem ein Gesang!

3. Was schweigt ihr denn, ihr meine Kräfte?

Und stehet munter im Geschäfte Auf, auf, braucht allen euren Fleiß Zu Gottes meines Herren Preis! Mein Leib und Seele, schicke dich Und lobe Gott herzinniglich.

4. Jhr grünen Blätter in den Wäldern,

Bewegt und regt euch doch mit mir! Ihr schwanken Gräschen in den Feldern,

Ihr Blumen, laßt doch eure Zier Zu Gottes Ruhm belebet sein Und stimmet lieblich mit mir ein!

5. Ach alles, alles, was ein Leben Und einen Odem in sich hat, Soll sich mir zum Gehülfen geben; Denn mein Vermögen ist zu matt, Die großen Wunder zu erhöhn, Die allenthalben um mich stehn.

6. Dir sei, o allerliebster Vater, Unendlich Lob für Leib und Geiſt, Für alles, mildester Berater, Was deine Güte mir erweist, Was du in deiner ganzen Welt Zu meinem Wohlsein hast bestellt.

7. Mein treuster Jesu, sei ge­priesen,

Daß dein erbarmungsvolles Herz Sich mir so hülfreich hat erwiesen Und mich durch Blut und Todes­schmerz