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Evangelisches Brevier in Lied und Gebet / hrsg. von Franz Schwabe
Entstehung
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IV

andere, die Sammlung zugleich so auszustatten und einzurichten, daß dieselbe auch für den Gebrauch in höhern und niedern Lehranstalten, sowie bei Versamm­lungen kirchlicher Vereine sich geeignet erweise.

Bei der großen Bedeutung, welche das Kirchenlied für das religiöse und damit zusammenhängend für das ganze Culturleben eines Volkes hat, schien es mir wichtig, nur wirkliche Poesie zu, bieten. Daß wir nicht erst durch die Aufklärungsperiode mit einer Menge poesieloser Versifikationen sind beschenkt worden, sondern daß auch schon die gute alte Zeit in ihren Gesangbüchern an solchen nicht arm gewesen ist, weiß Jeder, der in der Geschichte des Kirchenlieds sich etwas umgesehen hat. Auch stellt die Sache sich dadurch nicht besser, daß hier gereimte Dogmatif oder auch Geschichte und dort gereimte Moral geboten wird.

Wenn übrigens in Zeiten, wo der Liedervorrath noch nicht bedeutend war oder in seinem Umfange und seiner Bedeutung noch nicht übersehen werden konnte, wo es zudem an einem entwickelten Verständniß für Pocsie noch vielfach fehlte, nur geringe ästhetische For­derungen an das Kirchenlied gemacht wurden, sobald es nur dogmatisch correkt befunden ward, so ist das für damals ganz natürlich und auch wohl unbedenklich gewesen. Wenn wir aber jetzt, wo wir den reichen Liederschatz unserer Kirche zu überschauen vermögen und an den besten Liedern einen Maaßstab zur Beurtheilung der geringen und schlechten besigen, dennoch dergleichen