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Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen
Entstehung
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0 Werke und Wohlthaten Gottes

dieser eligkeit mein ganz Bestreben seyn.

Schon ist der Tag von 7 Herr: lehre mich, den

wahren Werth des Menschen rief empfinden, und allem dem, was mich entehrt, voll Abscheu mich entwinden! Nie komm es

mir aus meinem Sinn

was ich, als Mensch vermag und bin durch deine weise Güte 2. Ich, ich bin mehr, als Fleisch und Bein. Du h test, Gott, aus Lie mir auch die rege Seeleein, und gabst ihr Kraft und Triebe, mehr als was diese Sinne ruhrt, und nur zu Sennen⸗

freuden fuͤhrt, zu fuͤhlen und 3 fa en.

3 Gott, diesen Vorzug gab du mir vor so viel Millionen, die auch beseelt, genaͤhrt von dir, auf deiner Erde hnen. Was ihnen fehlt, mir hin, Vernunft un Freiheit und den Sinn für Wahrheit, Weisheit, Tugend

. Du schufst mich z ur Ge⸗

selligkeit und fuͤr der Freund⸗ schaft Freuden, gabst mei⸗ nem Herzen Füuhlbarkeit fuͤr

Andrer Glück und Leiden, und setztest auch mich in den Stand, das, was ich dachte und empfand, in Worten auszudrücken.

5. Ich kann mich selbst und deine Welt und dich er⸗ kennen lernen; ich kann von dem, was dir m ßfaͤllt, mich

ohne Zwang entfernen. Und

wer, wer zeigt die Grenzen an, wo ich nicht weiter stre⸗ ben kann nach Licht und

Herzeusgute?

6. In stiller Andacht kann mein Geist sich bis zn dir erheben, und dir, den Erd' und Himmel preist, auch Preis und Ehre geben. Ich kann mich deiner Liebe freun, dir folgen, dir ergeben seyn und deiner Vorsicht trauen.

Nicht blos für diese kur⸗ ze Zeit riefst du mich in dies Leben. Zum Vollgenuß der Seligkeit soll einst die Seele schweben. Und wird auch einst mein Leib zu Staub, er bleibt doch nicht des Gra⸗ bes Raub; du, Herr! wirst

ihn verklaͤren

Vom Himme t, ge⸗ sandt von dir, dein Sohn zu uns auf Erden; er kam

und ward ein Mensch, wie wir, um Heiland uns zu werden. Wie hoch sind wir durch ihn geehrt! wie ernst⸗ lich durch ihn selbst belehrt, der Menschheit Werth zu schäͤtzen!

9. Und ich, ich sollte mich entweihn, und gleich den Thieren handeln, der Flei⸗ scheslust ergeben seyn, und, Herr, vor dir nicht wandeln? Fern sei ein solcher Sinn vou mir