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Gebete und Andachten. 20
daß ich, nach deinem hoͤchsten Gebote, dich uͤber Alles und meinen Naͤchsten als mich selbst lieben, und als
dein Erloͤster mein ganzes Leben zu deiner Ehre fuͤh— ren will. Herr, mein Gott! der du mich zu Gnaden angenommen, verlaß mich nicht mit deiner Gnade, daß ich dieses Geluͤbde treulich erfuͤlle. Ich lebe in einer Welt, die voller Verfuͤhrungen ist, und die suͤndige Schwachheit wohnet in mir; darum ziehe deine Gnadenhand nicht von mir ab, sondern leite mich den Weg deiner Gebote, und seg! ie meine Be— muͤhungen, in der Heiligung vollkommener zu wer— 5. dann werde ich deine Rechte lernen, und deine
Verordnungen treulich und mit Freuden erfuͤllen; dann wird mein Leben dir wohlgefaͤllig, und ich werde in Ewigkeit ein Erbe des Himmels seyn. Amen.
Gebet in Trübsalen.
Schon so lange hast du mich, Vater der Barmher⸗ zigkeit! mit anbetungswuͤrdiger kangmuth getragen. und doch bin ich durch deine große Gnade nicht all⸗ zeit ermuntert worden, das, was mir unangenehm ist, mit stiller Gelassenheit zu ertragen. Im Gluͤcke nicht uͤbermuͤthig, nicht undankbar, und im Ungluͤcke nicht verzagt seyn, lehret mich die Unterwerfung unter deine hoͤhere Regierung; und doch, wie oft weiche ich von dieser weisen Fuͤhrung meines Lebens! wie oft vergaß ich den Dank, wenn du mir Gutes erwiesen Wohnn⸗ und war wohl gar unzufrieden mit deinen Wohlthaten, wenn dieselben an meine unhegraͤnzten Wuͤnsche nicht reichten! wie oft murrte ich gegen dei— ne Fuͤhrungen, wenn mich widrige Schicksale trafen, und verzagte an deinem Beystande zu meiner Rettung! O Gott! ich schaͤme mich dieses Unde üiks, womit ich deinen Wohlthaten geantwortet habe; ich schäme mich dieser Kleinmuͤthigkeit, die meiner Ueberzeugn ug und der Erfahrung meines Lebens widerspricht; denn bist du nicht ein Vater, der uͤber Keines seiner Kin der ein Leiden zu seinem Verderben verhängt, dessen vaͤter⸗ liches Erbarmen und Guͤte sich zu Allen neigt, und,
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